Der Preis an der Kasse ist höher als am Regal. Muss ich darauf achten?

Stand:

Bei einem Einkauf in einem Lebensmittelgeschäft ist mir an der Kasse NACH Bezahlung aufgefallen, dass ein Preis nicht korrekt ist. Der stellvertretende Geschäftsleiter wurde geholt. Er erklärte mir freundlich, das er nicht verpflichtet sei die Differenz auszuzahlen. Er mache es nur aus Kulanz. Als Verbraucher müsste ich DIREKT beim Scannen der Ware den falschen Preis reklamieren. Sobald ich bezahlt habe, habe ich laut Gesetz keinen Anspruch mehr auf Rückgabe bzw. Erstattung. Der Preis, der an den Regalen ausgezeichnet ist, müsse nicht unbedingt stimmen. Erst an der Kasse ist der richtige Preise zu erkennen. Ist es wirklich so, das sich der Verbraucher nicht auf die ausgezeichneten Preise an den Regalen verlassen kann und DIREKT beim Scannen der Ware Alarm schlagen muss?

Eine Frau steht in einem Supermarkt an einer Kasse und kauft ein.
Off

Die Aussage des Geschäftsführers ist korrekt.

Streng juristisch gesehen sind Sie durch die Bezahlung den Kaufvertrag eingegangen. Ein Rechtsanspruch, den niedrigeren Preis zu bezahlen, lässt sich nicht ableiten. Bekommen Sie die Differenz im Nachhinein erstattet, geschieht dies aus Kulanz und immer freiwillig.

Bei dem Preis am Regal handelt es sich nach allgemeiner Meinung nicht um ein rechtlich bindendes Angebot, sondern nur um eine so genannte "invitatio ad offerendum", also um eine Aufforderung an den potentiellen Käufer, seinerseits ein Angebot abzugeben.

Das führt leider dazu, dass Sie an der Kasse kontrollieren müssen, welcher Preis eingetippt wird und gegebenenfalls sofort reagieren müssen.

Meist gibt es keine Probleme, das Produkt aufgrund des "veränderten" Preises an Ort und Stelle zurückzugeben.

Da es allerdings bekanntermaßen schwer ist die eingescannten Preise an der Kasse mit zu verfolgen, reagieren viele Händler kulant bei einer Reklamation anhand des Kassenzettels, wenn bereits bezahlt wurde. Sie möchten sich ihre Kunden auch nicht vergraulen.

Schließlich liegt der Fehler beim Handel, wenn die Preisauszeichnung am Regal oder an der Ware nicht mit dem Preis in der Kasse übereinstimmt. Der Händler verstößt damit gegen die Preisangabenverordnung. Verstöße werden durch die Ordnungsämter kontrolliert und können dort gemeldet werden. Der Händler könnte sich im Einzelfall allerdings dadurch entlasten, dass es sich um ein Versehen handelt.

ältere Nutzer-Kommentare aus dem Jahr 2020 und davor

ErikaHoff, am 10.08.2020, 16:39
Ich war an einem Bahnhof in einem kleinen Laden und sah ein Angebotsschild was 2 Dosen für ein Günstigen Preis angab. Ich schlug natürlich zu und die Dame an der Kasse sagte mir den Preis,der ein ganz anderer war. Sie ging zum Platz um nachzusehen und nahm das Schild ab, sagte mir das es ihr leid tuhe; das es vergessen worden sei es zu entfernen und mir die Ware nicht zum Angebotspreis verkaufen könne und es nicht möglich wäre es Manuell zu vergünstigten.


Galt das unter Verstoß der Preisangabenverordnung?!


Mit freundlichen Grüßen

Erika

 

Redaktion:
So wie Sie den Vorfall schildern, gehen wir davon aus, dass es sich tatsächlich um ein Versehen handelt und vom Personal vergessen wurde das Schild mit dem Angebot zu entfernen. Einen Verstoß gegen die Preisangabenverordnung sehen wir hier eher nicht.


Hartmut Landau, am 15.05.2020, 09:59
Auch ich habe bei Lidl eine auffällige Häufung unstimmiger Preise festgestellt. Am Verkaufsregal waren die Preise oft niedriger angegeben als später an der Kasse, wo ein höherer Preis abgerechnet wurde. Besteht man auf eine Preiskorrektur, bedeutet dies eine zusätzliche Wartezeit. Mitunter kommt es zu unangemessenem Verhalten der Mitarbeiter*Innen, die sich herabwürdigende Bemerkungen anmaßen. Die Fehler aber verursacht Lidl und nicht die Kundschaft. Nachdem auch eine Beschwerde bei der Firma Lidl keine Besserung brachte, kaufe ich nicht mehr bei Lidl. Vorteil: Ich habe bequeme Bestellmöglichkeiten bei anderen Firmen entdeckt: Dort erhalte ich einwandfreie Abrechnungen und erlebe einen freundlichen Service.


Junpei, am 19.11.2020, 18:47
Mir ist es auch oft beim Lidl aufgefallen, dass die Preise an der Kasse anders sind, als an den Preissschildern und das mittlerweile schon seit 3 Wochen.


- Schmelzkäsescheiben 96 cent (1,15 € an der Kasse)

- Butter Toast 66 cent (77 cent an der Kasse

- American Sandwich Toast ich 86 cent (96 cent an der Kasse)


Mir ist es halt zu blöd wegen den 10 cent da jetzt was zu sagen, aber erschreckend finde ich das schon.

Man kann den Preisschildern nicht mehr blind vertrauen.

 

Redaktion:
Da hier im Forum wiederholt Lidl genannt wird im Zusammenhang mit unterschiedlichen Preisen am Regal und an der Kasse, bitten wir Sie dies der amtlichen Lebensmittelüberwachung zu melden. Nur diese Behörde ist dazu befugt, vor Ort die entsprechende Kennzeichnung durchzusetzen.

Die Lebensmittelüberwachung ist in Bayern immer der Stadt- bzw. Kreisverwaltung angegliedert. Zuständig ist jeweils die Überwachungsbehörde des Bezirks, in dem Sie das Produkt gekauft haben. Sie finden eine Adressliste auf unserer Homepage unter https://www.verbraucherzentrale-bayern.de/sites/default/files/2019-10/Adressen%20Lebensmittel%C3%BCberwachung%20Stand%20Oktober%202019_0.pdf


Dobra, am 06.05.2020, 19:51
Hallo,


Vielen Dank für die ausführlichen Antworten.


Welche Rechte hätte der Kunde, der nach Verlassen des Ladens z.B. später zu Hause in Ruhe bemerkt, dass die Ware auf einen unterschiedlichen Preis kassiert worden ist?


Darf der Kunde die Ware zurückgeben?


Wenn ja in welcher Frist?


Wenn die Ware ungeöffnetes Lebensmittel oder Kosmetik ist, so dass die Ware je nach ihren Zwecken von Händler wieder/weiterverkaufbar wäre?


Vielen Dank


Mit herzlichen Grüßen

 

Redaktion:
Das ist so einfach nicht zu beantworten. Sie haben hier bereits gelesen, wie es sich verhält, wenn die Preisangaben im Laden nicht mit denen an der Kasse übereinstimmen. Falls aber an der Kasse ein tatsächlich falscher Preis berechnet wurde, und Sie das erst später bemerkt haben, können Sie dies im Laden reklamieren, sofern Sie die Beweise vorliegen haben (Kassenzettel und Preis auf dem Produkt z.B.). Falls das nicht erfolgreich ist, wird es rechtlich komplizierter. Dafür wenden Sie sich bitte an unsere Rechtsberatung.


Rolf Heinen, am 12.02.2020, 19:37
Aus den Antworten entnehme ich das es ein Versehen sein könnte (vom Händler). Aber es doch definitiv so, das ALLE Samstags schon ab 16:00Uhr die neuen Preise von Montag auszeichnen. Genau so wurde das auch von einer Kassiererin gesagt (sie müsse das tun). Oft schon habe ich den falschen Preis erst beim bezahlen bemerkt, aber fast immer den günstigeren dann bekommen. Bis am Samstag bei Netto "HINTER" der Kasse ein Schild stand mit den "noch gültigen" Preisen. Da hatte ich Pech und Netto einen Kunden weniger!!

 

Redaktion:
Im Rahmen der Preisangabenverordnung ist ein Geschäft selbstverständlich verpflichtet, die Preise richtig anzugeben. Das bedeutet, dass der Preis am Regal oder an der Kühltheke mit dem Preis am Produkt und mit dem Preis an der Kasse übereinstimmen muss, andernfalls handelt es sich um einen Verstoß gegen o.g. Verordnung. Wenn Sie beobachten, dass das Geschäft wiederholt bzw. "mit Methode" gegen die Preisangabenpflicht verstößt, bitten wir Sie, das örtliche Ordnungsamt zu informieren, das für die Ahndung der Verstöße zuständig ist.


N.F., am 07.03.2020, 22:38
Ich weiss nicht was mit euch nicht nicht stimmt!!! Fehler passieren jedem!! Denn im Handel arbeiten auch nur Menschen , was hier jeder oft vergisst !! Denn es ist nicht mehr wie in ddr Zeiten wo 10 Angestellte für 5 Artikel im Laden zuständig waren , heutzutage ist es eine Person für 5000 Artikel und bei der stundensparerei und allem unbewältbar obwohl man 2 std jeden tag zusätzlich ran hängt um überhaupt den Laden ordentlich für den Kunden zu haben , man tätigt alles was von der zentrale rein kommt und wenn dann die preise nicht stimmen , sind die Leute im laden dafür am wenigsten dafür verantwortlich und sie können die Artikel nicht für günstiger her geben obwohl es so ausgepriesen ist weil es dem jenigen dann in der Inventur fehlt und dann bekommen sie wieder eins aufn deckel.... Was Preisauszeichnung für die nächste Woche angeht , wenn die früher gesteckt werden , wir geben es jedem Kassierer weiter das wir jetzt schon die Schilder stecken damit sie dem Kunden Info geben , weil wann sollen wir es sonst machen wenn wir bis spätestens , wir schließen unser laden 20 Uhr , 20:30 müssen wir draussen , mit Abrechnungen und Co gar nicht machbar ..... Ihr vergesst alle das da Menschen arbeiten und jeden verdammten Tag ihr bestes geben , um euch glücklich zu machen, es aber einfach nicht möglich ist , alles jeden tag zu kontrollieren ob die preise stimmen und die im Handel können am wenigsten für , wenn sie keine Info über die zentrale bekommen , wenn was teurer wird .....Also entspannt euch und macht nicht so einen Harry , die Leute da können nichts für und wenn se mal vergessen haben ein aktionschild zu ziehen , es sind nur Menschen ....es ist keine Absicht , also werdet mal locker und macht die Leute nicht so an , was ist nur aus uns geworden ,traurig !!


Johannes M, am 28.01.2020, 18:12
Hallo,


genau das ist mir auch aufgefallen. Das gab es vor kurzer Zeit noch nicht. Es wird einfach ein falscher Preis (komischerweise immer höher....) in das System eingegeben, und die Kassierer werden immer unqualifizierter. Die einzige Aufgabe des Kassierers ist es, korrekt abzurechnen...


Also ich bleibe: Es ist Absicht. Man bekommt keinen Bon mehr automatisch und das Geschäft hofft, dass es den Kudnen nicht auffällt.


CGNMadMax, am 18.11.2019, 22:56
Ich habe das Problem bei Lidl und da kommt es leider Ständig bei kleinen Einkäufen vor das die Preise nicht stimmen. Erklärung des Marktleiters das würde alles Zentral gemacht und manchmal kommen die neuen Label nicht pünktlich an. Was ich mich da aber frage ist es zu viel verlangt die Preise Handschriftlich zu ändern.... In diesem Fall den falschen Preis dort zu lassen und zu wissen das der Preis nicht stimmt ist für mich eine Vorsätzliche Tat. Mann müsste erwarten können das die Kassierer wenigstens drauf Hinweisen das der Tatsächliche Preis höher liegt. Dazu könnte man die Preise mit einem Bit dazu markieren. Was mich auch Wundert das Kostenvoranschläge bis auf einen Prozentualen wert richtig sein müssen Festpreise völlig Vogelfrei von der Kasse bestimmt werden dürfen. 10 bis 20% darf ein Kostenvoranschlag überschritten werden für mehr. In meinen Konkreten Fall heute waren es um die 33%. Völlig grotesk da sollte doch jeder Handwerker so verfahren einen Festpreis ausschreiben und dann beim per Bankeinzug einfach abbuchen was man will. Und dann schön auf das UVP hinter dem Preis verweisen....

 

Redaktion:
Wir können uns nur nochmal wiederholen. Im Rahmen der Preisangabenverordnung ist ein Geschäft selbstverständlich verpflichtet, die Preise richtig anzugeben. Das bedeutet, dass der Preis am Regal oder an der Kühltheke mit dem Preis am Produkt und mit dem Preis an der Kasse übereinstimmen muss, andernfalls handelt es sich um einen Verstoß gegen o.g. Verordnung. Selbstverständlich müssen diese Preise mit dem beworbenen Preis ebenfalls übereinstimmen. Verstöße werden durch die örtlichen Gewerbeämter kontrolliert, bzw. geahndet. Der Händler könnte sich im Einzelfall allerdings z.B. dadurch entlasten, dass es sich um ein Versehen o.ä. handelt.

Ein Rechtsanspruch, den niedrigeren Preis zu bezahlen, lässt sich nicht ableiten.

Es handelt sich auch nicht um einen Kostenanschlag, den Verbraucher aus dem Werkvertragsrecht, also wenn es um Handwerkerleistungen geht, kennen. Hier gelten ganz andere rechtliche Bestimmungen.

Hieran ändert der Umstand, dass die Preisauszeichnung unter Umständen gegen die Preisangabenverordnung verstößt, nichts.

Sollten Sie beobachten, dass das Geschäft wiederholt bzw. "mit Methode" gegen die Preisangabenpflicht verstößt, bitten wir Sie, das örtliche Ordnungsamt zu informieren, das für die Ahndung der Verstöße zuständig ist.


G Black, am 09.11.2019, 17:21
Zum Kommentar von Herrn Janich:

Die Erhebung der Kundendaten bei Reklamation aufgrund falscher Preise wird von deutschen Handelsunternehmen auch hierzulande (in Österreich) praktiziert.

-quasi Daten gegen Geld.

Oder: Analoge Datensammlung ohne Begründung und ohne DSGVO.


I. Sebalj, am 23.09.2019, 15:35
Was ist wenn es sich bei der Preisauszeichnung am Regal um keinen Fehler handelt? Wenn der Angebotspreis der am Folgetag gelten soll, bereits am Tag zu vor während der Öffnungszeiten am Regal herabgesetzt wird, an der Kasse aber noch der aktuelle, höhere Preis abgerechnet wird. Ist das dann nicht vorsätzlich und somit irreführend?

 

Redaktion:
Der Händler verstößt bei falschen Preisauszeichnungen gegen die Preisangabenverordnung. Im Einzelfall dürfte es jedoch schwierig werden einen Vorsatz festzustellen. Der Händler könnte sich z.B. dadurch entlasten, dass es sich um ein Versehen o.ä. handelt.

Verstöße werden durch die örtlichen Gewerbeämter kontrolliert, bzw. geahndet. Sollten Sie beobachten, dass das Geschäft wiederholt bzw. "mit Methode" gegen die Preisangabenpflicht verstößt, bitten wir Sie, das örtliche Ordnungsamt zu informieren, das für die Ahndung der Verstöße zuständig ist.


Angela , am 18.09.2019, 18:42
Ich muss heute mal was loswerden, das kann doch wohl nicht wahr sein! Ich habe in meiner Berufsausbildung 1987 noch gelernt, dass der Preis an der Ware gilt. Verdammt, ich stand heute in dem Laden wie ein Idiot da! Da müsste man den Verbraucher doch tatsächlich irgendwann mal öffentlich darüber aufklären, die Medien sollten es ja wohl möglich machen, dass es irgendwann mal eine Veränderung gab!


Spider50, am 02.08.2019, 23:07
Antwort zum Redaktionskommentar:

"...Aus einem solchen Wettbewerbsverstoß kann ein Verbraucher jedoch keine direkten Ansprüche ableiten..."

Das ist meines Erachtens genau der Grund, warum es kein Preisangaben-Gesetz, sondern nur eine Preisangaben-Verordnung zu dieser Diskrepanz zwischen Verbraucher und Einzelhändler gibt.

Denn aus einem Gesetz heraus könnten die Verbraucher Klage erheben und Schadenersatz fordern.

Und da die Politik vorrangig für die Wirtschaft und nicht für das Volk arbeitet, ist das der Grund dafür, auf eine gesetzl. Regelung zugunsten des Handels zu verzichten.

Oder wissen Sie, warum es für den Einzelhandel keine gesetzl. Regelung bezügl. der Preisauszeichung gibt?

 

Redaktion:
Hierzu liegen uns keine Informationen vor. Wir werden Ihre Argumentation als Anregung aufnehmen und gegebenenfalls im Rahmen unserer satzungsmäßigen Aufgaben verwenden.


Spider50, am 28.07.2019, 14:39
Das ist ja totaler Unsinn... und das von einer "Verbraucherzentrale"!

Wenn das stimmen sollte, dass der Preis am Regal nicht ein rechtlich bindendes Angebot ist, sondern nur eine so genannte "invitatio ad offerendum", also eine Aufforderung an den potentiellen Käufer, seinerseits ein Angebot abzugeben, dann bräuchten wir auch keine Preisangabenverordnung (PangV) bzw. sie wäre völlig unwirksam bzw. man könnte sie sofort abschaffen.

Die PangV schreibt eindeutig eine verbindliche Preisauszeichnnung vor, sodass Preiswahrheit und Preisklarheit gewährleistet sind.

Wenn jeder erst mit der Kassierer/in am Supermarkt an der Kasse die Preise jedes einzelnen Produktes wie auf dem türkischen Basar verhandeln müsste, würde jede Einzelhandelskette morgen wegen Insolvenz schließen müssen.

Gehen wir in der Zeit etwas zurück: Vor Anfang der 80iger Jahre, als es noch keine Scannerkassen gab, war auf jedem Produkt der Preis mit einem Preisaufkleber angebracht. An der Kasse hat der/die Kassierer/in diesen aufgeklebten Preis manuell in die Kasse eingegeben. Es galt also für beide Seiten unmissverständlich der aufgedruckte Preis. Es gab keine zweite Preisdatenbank oder ein sog. Kassensystem und somit auch kein Grund einer Diskussion.

Allein daran sieht man, dass die o.g. Aussage komplett falsch ist, denn die PangV ist seit 1970 in Kraft. Wenn die Aussage oben richtig wäre, hätte man ja auch schon vor 1980 an der Kasse über den Preis diskutieren müssen (Angebot/Annahme). Es gab aber keine Diskussion, weil es nur einen verbindlichen Preis gab.

Diese nach "nach allgemeiner Meinung" (was heißt das überhaupt??? Es gibt Gesetze, Verordnungen) entstandene Ansicht ist vermutlich von Lobbyisten des Einzelhandels in die Welt gesetzt worden, um Verbraucher zu verunsichern.

Traurig, wenn dann nicht einmal eine sog. "Verbraucherzentrale" richtig recherchiert und korrekt aufklärt.

 

Redaktion:
Wir müssen Ihnen da widersprechen.

Die Preisangabenverordnung hat den Zweck, durch eine sachlich zutreffende und vollständige Verbraucherinformation Preiswahrheit und Preisklarheit zu gewährleisten und durch optimale Preisvergleichsmöglichkeiten die Stellung der Verbraucher gegenüber Handel und Gewerbe zu stärken und den Wettbewerb zu fördern.

Eine fehlerhafte Preisauszeichnung kann einen Verstoß gegen die Preisangabenverordnung, und damit einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht darstellen und kann entsprechend abgemahnt werden.

Aus einem solchen Wettbewerbsverstoß kann ein Verbraucher jedoch keine direkten Ansprüche ableiten. Es handelt sich um eine Marktverhaltensregelung, die das Verhalten auf dem Markt reguliert.

Weder in der Vergangenheit noch in der Gegenwart bestand oder besteht ein Rechtsanspruch des Endverbrauchers, den unter Umständen falsch ausgezeichneten niedrigeren Preis zu bezahlen.

Im Wandel der Zeit sind Preisetiketten darüber hinaus selten geworden. Dafür zieren nun Strichcodes die einzelnen Produkte, in welchen sich die Preise letztendlich „verstecken“.

Es gilt immer der Preis, der an der Kasse ausgelesen oder genannt wird. Hier kommt ein gültiger Kaufvertrag zustande.

Selbstverständlich steht jedoch jedem das Recht zu, die teurere Ware abzulehnen, wenn der Preis nicht gezahlt werden möchte. Wird das Produkt dennoch gekauft, gilt der Grundsatz gekauft ist gekauft.


Theresia Luttner, am 12.01.2019, 15:40
Bin enttäuscht, dass der Kunde vom Gesetz keinen Rückhalt erhält. Ich kaufe grundsätzlich preisbewusst und nach Angeboten ein. Bei 80 % meiner Einkäufe reklamiere ich, weil ausgezeichneter Preis mit dem Preis an der Kasse nicht übereinstimmt. Bei der Geschwindigkeit an der Kasse ist es nahezu nicht möglich, sofort beim Scannen den richtigen Preis zu erkennen und sofort zu reagieren. Um das Personal zu entlasten, vergleiche ich im Laden nochmals den ausgezeichneten mit dem verrechneten Preis und reklamiere erst dann, wenn ich sicher bin, dass ich richtig geschaut habe.

Für mich bewusste Täuschung der Kunden!! Auf diese Art wird auch der Umsatz erhöht.

XCXUWX


J.Krieger, am 05.05.2019, 18:46
Bewusste Täuschung? Manchmal sollte man sich auch wirklich den Kassenzettel ansehen. Und leider können Kassierer heutzutage nicht mehr alles ganz langsam und in Ruhe scannen. Von Seiten der Filiale wird eine Geschwindigkeit vorgegeben, diese ist im Regelfall einzuhalten. Ist dann kein Kunde an der Kasse, sind in vielen Filialen auch die Kassierer dazu angehalten, aufzuräumen und zu packen. Und mit diesen Geschäftsbedingungen gibt sich jeder Kunde automatisch beim Betreten der Filiale einverstanden, ein Recht darauf, dass alles genau so läuft, wie der Kunde es WILL, gibt es nicht und das ist, meines Erachtens nach, auch richtig so, denn die Mitarbeiter werden teilweise genug ausgebeutet!


Günter Jahnich, am 09.01.2019, 13:20
SgDuH, die direkte Kontrolle beim Einscannen ist bei der üblichen Kassiergeschwindigkeit nicht möglich. Bei anschließender Reklamation nach Kontrolle des Kassenzettels werden vor der Rückzahlung des zu viel eingenommenen Geldes von vielen Geschäften (z. B. Netto, Aldi) die Kundendaten erhoben - man muss einen Zettel mit Namen, Anschrift und Unterschrift ausfüllen. Ist dieses Verlangen zulässig (Datenschutz, Unterschrift wirkt wie ein Schuldeingeständnis für Fehler des Verkäufers)? Für die Auszahlung von Wechselgeld wird ja auch keine Unterschrift verlangt. In beiden Fällen werden überzahlte Beträge zurückgegeben. Vielen Dank für Ihre Antwort. Da sich die Fälle der überhöhten Kaufpreisforderungen in letzter Zeit häufen, habe ich den Eindruck, dass viele Geschäfte die Falschauszeichnung von Waren zu ihrem Geschäftsmodell erhoben haben. Bei Netto wird der Kassenbon nur noch auf Anforderung herausgegeben, um nicht aufzufallen.

MfG

Günter Jahnich

 

Redaktion:
Die Erhebung von Verbraucherdaten ist nur dann zulässig, wenn es eine Rechtsgrundlage gibt. Das können beispielsweise die Einwilligung des Verbrauchers, ein bestehendes Vertragsverhältnis oder ein überwiegendes berechtigtes Interesse des Verarbeitenden sein. Es ist nicht erkennbar, dass hier eine Rechtsgrundlage für die Datenerhebung besteht.

Darüber hinaus muss bei einer Datenerhebung immer das Prinzip der Datensparsamkeit beachtet werden. Daten dürfen nur dann erhoben werden, wenn die Verarbeitung der Daten dem Zweck angemessen und auch sachlich relevant ist. Sie muss auch auf das für den Zweck notwendige Maß beschränkt sein.

Der Zweck ist hier die Auszahlung zu viel bezahlter Beträge. Es ist nicht ersichtlich, warum es notwendig sein soll, hier überhaupt Daten zu erheben. Aus unserer Sicht ist die Erhebung der Daten hier somit nicht zulässig.

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Kein Anspruch auf Angebotspreis

In einem Supermarkt waren am Samstagabend schon die Angebote der folgenden Woche reduziert ausgepreist. Ich kaufte zwei davon, bemerkte aber erst zu Hause, dass mir dafür die regulären Preise berechnet worden waren. Auf meine Nachfrage drei Tage später  sagte die Kassiererin, dass auf den Preisschildern auch das Datum (Montag der Folgewoche) in der oberen Ecke gestanden hätte, weshalb ich keinen Anspruch auf den Angebotspreis gehabt hätte. Ärgerlich, wer schaut schon auf dieses kleingedruckte Datum?

Über den Kommentar der zuvor hier verfasst wurde kann ich nur den Kopf schütteln. Es ist schon immer so gewesen, dass Samstag abends neue Angebots-Etiketten für die Folgewoche gesteckt werden. Egal welcher Laden. Wann sollen die Mitarbeiter das denn sonst machen? Nach Feierabend? Oder dann, wenn die Angebotswoche schon gilt? An einem Montag morgen, wo viel Vorbereitung zur Ladeneröffnung stattfinden muss? Die im übrigen viel Zeit in Anspruch nimmt.

Das Datum steht nicht ohne Grund auf den Etiketten. Es müsste dort noch nicht einmal stehen, denn selbst ohne Datum, ist der Preis am Regal nicht bindend, sondern nur eine Einladung zum Kauf. Es ist alleine aufgedruckt um Missverständnisse auszuräumen. Aber wie man ja weiß, die meisten lesen einfach nicht und regen sich dann über die anderen auf. Es sind immer die anderen schuld.

Frage: Mich ärgert Situation Supermarkt von Samstag, da stand Schild vor der Butter Preis  1,35 Euro aber Kassenzettel später angesehen 2,49 berechnet- das Angebot erst am Montag aber Schild schon am Samstag.- wie ist sowas rechtlich- Da nachfragen bringt nichts, dann sagen die eben Angebot erst am Montag und vom Schild wissen die nichts bzw nicht nachzuweisen und Preis Samstag eben 2,49 aber sowas ärgert mich- Lieben Gruss

Anmerkung der Redaktion:

Wir können Ihre Verärgerung nachvollziehen. Aber es handelt es sich bei dem Preis am Regal, wie oben im Text bereits geschrieben, nach allgemeiner Meinung nicht um ein rechtlich bindendes Angebot, sondern nur um eine so genannte "invitatio ad offerendum", also um eine Aufforderung an den potentiellen Käufer, seinerseits ein Angebot abzugeben.
Das führt leider dazu, dass jeder Verbraucher an der Kasse kontrollieren muss, welcher Preis eingetippt wurde und muss dann gegebenenfalls sofort reagieren.

Es gilt also der Preis, der an der Kasse genannt wird und hier muss man dann entscheiden, ob man das Produkt kaufen möchte oder nicht.

Einen Anspruch auf den niedrigeren Preis haben wir als Verbraucher nicht. Auch nicht, wenn das Geschäft gegen die Preisangabenverordnung verstößt, wie möglicherweise in Ihrem genannten Fall. Verstöße werden durch die Ordnungsämter kontrolliert und können dort gemeldet werden.