Rotwein oder Traubensaft?

Stand:

Man hört immer wieder, dass Rotwein gesund für das Herz sein soll. Der Grund für das "gesund sein" seien die enthaltenen Farbstoffe. Meine Frage: Sind die Stoffe, die im Rotwein gesund sind, nicht auch schon im (roten) Traubensaft? Dann wäre es ausreichend, wenn ich regelmäßig Traubensaft trinken würde.

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Die herzschützende Wirkung des Rotweins wird den Polyphenolen (sekundäre Pflanzenstoffe), insbesondere dem Resveratrol zugeschrieben. Diese stecken vor allem in der Schale der roten Weintrauben.

Resveratrol findet sich somit auch in rotem Traubensaft in nennenswerten Mengen, wobei die Konzentration niedriger ist als in Rotwein.

Ob das Resveratrol im Rotwein tatsächlich Weintrinkern vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen kann und wenn ja auf welche Weise ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt.

Die Verbraucherzentrale Bayern rät generell nicht zum Konsum von Alkohol, nur weil er möglicherweise das Risiko von wenigen Erkrankungen vermindern könnte. Die negativen Folgen von Alkoholkonsum überwiegen.

ältere Nutzer-Kommentare aus dem Jahr 2020 und davor

Erna Erhungsberater, am 11.05.2017, 23:58
Sowohl Rotwein als auch roter Traubensaft enthalten Polyphenole, die sich in vielfältiger Weise positiv auf die Gesundheit auswirken. Allerdings wiegt der Alkohol in Wein diese Effekte mehr als auf, so dass Wein in Summe eher ungesund ist, als gesund. Dies trifft übrigens nur auf ungeschwefelten Wein zu, geschwefelter Wein hingegen ist extrem ungesund. Wer also Wein trinkt um damit noch ungesündere alkoholische Getränke zu ersetzen sollte ungeschwefelten Wein trinken, denn sonst ist der Griff zu Schnapsflasche einfach gesünder. Fazit: Roter Traubensaft ist gesund, sofern man sich vor Überzuckerung in Acht nimmt. Ungeschwefelter Rotwein ist leicht gesundheitsschädlich, während geschwefelter Rotwein massiv ungesund ist. Da es schwierig ist Wein in so guter Qualität herzustellen, dass er ohne Schwefelung nicht schon während der Produktion verdirbt, sind die meisten kommerziell erhältlichen Weine geschwefelt.

 

Redaktion:
Vielen Dank für Ihren Beitrag. Allerdings möchten wir Ihre Aussage etwas relativieren.

Schwefeldioxid ist ein zugelassener Zusatzstoff. Bei Wein müssen Schwefelgehalte von mehr als 10 mg/l im Endprodukt auf dem Etikett gekennzeichnet werden.

Für die meisten Menschen ist Schwefeldioxid unbedenklich, weil ein körpereigenes Enzym für den schnellen Abbau des Stoffes sorgt.

Menschen, die weniger von diesem Enzym haben, können gesundheitliche Probleme bekommen, wie beispielsweise Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Kopfschmerzen. Bei Asthmatikern können Schwefelverbindungen Asthmaanfälle hervorrufen. Betroffene sollten daher besonders vorsichtig sein.

In einigen Fällen wurden auch allergische und allergieähnliche Reaktionen beobachtet.

Menschen, die aber keine Beschwerden nach dem Verzehr schwefelhaltiger Lebensmittel haben (neben Wein beispielsweise auch häufig Trockenobst), haben bei der Wahl ihres Weines freie Auswahl.


Helmut Rudolf Kowanz, am 07.02.2017, 10:26
Alkohol wirkt immer neurotoxisch und schädigt u.a. Gehirn und Nerven. Auch die Leber und das ungeborene Kind. Natürlich Dosis abhängig. Deshalb: Lieber Traubensaft statt Rotwein trinken.

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