Mikrowellengeeignetes Geschirr

Stand:

In unserer neuen Küche gibt es ein Mikrowellengerät. Bislang habe ich kein spezielles Geschirr dafür. Kann ich meine Kunststoffbehältnisse für Lebensmittel generell auch in der Mikrowelle verwenden?

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Nein, nicht jedes Kunststoffbehältnis ist auch mikrowellentauglich. Vorratsdosen, Brotzeitboxen und ähnliche Behälter werden aus den verschiedensten Kunststoffmaterialien gefertigt und unterscheiden sich unter anderem auch in ihrer Hitzestabilität. Bei nicht geeigneten Gefäßen können durch hohe Erhitzung Kunststoffbestandteile ins Lebensmittel wandern.

Sie können bei Ihren Behältnissen jedoch prüfen, ob ein Symbol für Mikrowelleneignung eingestanzt ist.

Finden Sie ein Symbol mit durchgestrichenen Wellenlinien, gehört das Gefäß nicht in die Mikrowelle. Dies ist zum Beispiel bei Melamingeschirr der Fall.

Eine Möglichkeit besteht auch, sich auf der Homepage des Herstellers zu informieren bzw. nachzufragen, ob das Gefäß für die Mikrowelle geeignet ist.

Beim Neukauf von Mikrowellengeschirr sollten Sie auf aussagekräftige Produktinformationen und Sicherheitshinweise achten. Berücksichtigen Sie auch die angegebenen Temperaturbereiche oder Wattzahlen. Ein Marktcheck der Verbraucherzentralen zeigt, dass die Kennzeichnung von Küchenutensilien wie Mikrowellengeschirr in vielen Fällen unzureichend ist. Verbraucherinnen und Verbrauchern fehlen dadurch wichtige Informationen zur sicheren Handhabung der Geräte.

ältere Nutzer-Kommentare aus dem Jahr 2020 und davor

Pöhlmann , am 22.12.2018, 19:34
Hallo

Möchte ein kombiservice verschenken,das laut Hersteller nicht Mikrowellen geeignet ist .

Kann ich es trotzdem in die Mikrowelle geben?

Es ist aus new Bone Porzellan

 

Redaktion:
Die verschiedenen Herstellen bieten meist unterschiedliche Varianten von New Bone Porzellan an. Wenn ihr Hersteller darauf hinweist, dass das Geschirr nicht für die Spülmaschine geeignet ist, ist es ratsam sich daran zu halten, wenn man lange etwas von dem Geschirr haben möchte. Evtl. Farben oder Muster würden bei der Reinigung in der Spülmaschine beispielsweise schnell verblassen.


Werner, am 30.03.2018, 07:33
Es gilt ganz einfache Physik.


Eine Watt-Angabe macht nur Sinn fürs zu erhitzende Gut, nicht für das strahlungsneutrale Gefäß, daß ohne Inhalt stets kalt bleiben muss.


Wichtiger ist, der Schmelzpunkt darf unter keinen Umständen erreicht werden. Darin bis über 100° erhitzttes Wasser solls nicht deformieren.


Plastik ist nur geeignet, wenn der Schmelzpunkt ausreichend weit über 100° liegt und zudem absolut µwellenneutral ist, d.h. ohne Inhalt bleibtss auch bei maximaler Leistung und Zeit stets kalt.


Falls es sich leer erwärmt, ist das Gefäß grundsätzlich ungeeignet, schlicht weil dann neben der Leistung auch die Geometrie (Form, Wandstärke) und die Zeit relevant sind und das nicht genormt werden kann.


Leistungs- und Zeitangaben gelten somit immer nur für den Inhalt.


Fürs Gefäß gilt wie bei Schwangerschaft entweder - oder.


d.h. Entweder reagiert das Molekül auf die 2,4GHz ISM-Frequenz oder nicht.


Dirk Fricke, am 13.03.2018, 10:15
Gibt es eigentlich "genormte" oder vereinheitliche Testverfahren, nach denen Hersteller von Mikrowellengeschirr die maximal mögliche Temperatur oder Wattzahl ermitteln können? Wenn jeder Hersteller seinen eigenen Test erfindet, kommt es doch zwangsweise zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen.

 

Redaktion:
Die Temperaturangaben auf Mikrowellengeschirr sind in der Tat sehr unterschiedlich, auch dann, wenn es sich um das gleiche Material handelt. Das ergibt auch unser Marktcheck zu Küchenutensilien (https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/lebensmittelproduktion/kunststoff-kuechenutensilien-und-geschirr-7034).

Grund dafür sind vermutlich nicht unterschiedliche Testverfahren, sondern unterschiedliche Interpretationen der Hitzebeständigkeit. Denn diese hängt stark ab vom Inhalt, der erwärmt werden soll.

Der für Mikrowellengeschirr am häufigsten verwendete Kunststoff ist Polypropylen. Er schmilzt ab 120 Grad. Wasser und wasserhaltige Lebensmittel kochen nicht heißer als 100 Grad, Fette und Öle können aber in der Mikrowelle auch über 200 Grad erreichen und dadurch das Geschirr „verbrennen“ und verformen lassen, obwohl der eigentliche Schmelzpunkt des Geschirrs noch gar nicht erreicht ist. Es ist vorstellbar, dass Hersteller das bei ihrer Angabe berücksichtigen.


Georg Wilcke, am 20.03.2017, 18:43
Der Artikel hilft so noch nicht weiter. Ich habe Plastikgeschirr gekauft mit dem Wellensymbol (1. Bild) und 2 Punkten rechts. Ihr Bild zeigt 3 Punkte rechts. Heißt das jetzt, dass mein Geschirr bedingt geeignet ist? Wenn ja, zu welchem Grad? Was bezeichnet eine Temperaturangabe bei der Mikrowelleneignung (100 °)?

Vielen Dank für eine Antwort und freundliche Grüße

 

Redaktion:
Ihre Frage zeigt genau das Problem auf:

Piktogramme im Lebensmittelbereich sind nicht genormt. Das Symbol mit zwei Punkten hat keine andere Bedeutung, als das mit drei Punkten. Es bedeutet lediglich, dass das Material für die Mikrowelle geeignet ist. Um die Verständlichkeit zu erhöhen, fordern die Verbraucherzentralen einheitliche, gesetzlich vorgeschriebene Piktogramme (https://www.verbraucherzentrale-bayern.de/marktcheck-kuechenutensilien).

Eine Angabe der Temperatur bei Mikrowellengeschirr bedeutet, dass dieses nicht über die genannte Temperatur erhitzt werden darf. Die Angabe in Verbindung mit einer Wattzahl wäre für Verbraucher verständlicher, da man beim Erwärmen nicht erkennen kann, wann eine bestimmte Temperatur erreicht ist. Auch das ist eine Forderung der Verbraucherzentralen.

Ist keine Wattzahl für die Mikrowelle angegeben, sollte man das Gerät nicht auf die höchste Watt-Leistung einstellen.

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