L-Cystein aus Menschenhaaren?

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Ich habe einen Bericht im Fernsehen gesehen, dass man L-Cystein aus Menschenhaaren gewinnt und in Backwaren verwendet. Ist das in Deutschland erlaubt?

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Menschliches Haar darf nicht als Ausgangsmaterial für den Zusatzstoff E 920 = L-Cystein verwendet werden. Das regelt der Anhang 1 der Richtlinie 2008/84/EG zur Festlegung spezifischer Reinheitskriterien für andere Lebensmittelzusatzstoffe als Farbstoffe und Süßungsmittel.

L-Cystein ist eine Aminosäure, also ein Bausteine der Eiweiße, und wird bei Erwachsenen in der Leber gebildet. Des Weiteren kommt L-Cystein in größeren Mengen in Keratin (= Eiweißbaustein in Horn, Federn und Haaren) vor.

Als Zusatzstoff mit der Nummer E 920 ist L-Cystein ohne Beschränkung der Höchstmenge für alle Lebensmittel, also auch für Backwaren, zugelassen. Ausgenommen sind lediglich naturbelassene Lebensmittel (z.B. Honig oder Milch), die nicht mit Zusatzstoffen behandelt werden dürfen.

In der Backwarenindustrie nutzt man Cystein häufig als Mehlbehandlungsmittel. Dadurch wird der Teig elastischer und lässt sich leichter kneten. Auch können Gase länger in luftigem Gebäck gehalten werden. Außerdem kann mit Hilfe des Zusatzstoffes Cystein der Geschmack von herzhaften Lebensmitteln verstärkt werden.

Wenn Sie sicher gehen möchten, dass einem Lebensmittel kein L-Cystein zugesetzt wurde, können Sie zu Bio-Produkten greifen. Hier ist der Einsatz des Zusatzstoffes L-Cystein nicht erlaubt.

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