Ayran mit Milchpermeat

Stand:

Ich trinke gerne Ayran. Mir ist aufgefallen, dass sich bei manchen Ayrans "Milchpermeat" auf der Zutatenliste findet. Worum handelt es sich dabei genau und ist die Zutat grundsätzlich unbedenklich? Wieso wird diese Zutat von einem Teil der Hersteller überhaupt verwendet?

Zutatenliste eines Ayrans mit Milchpermat
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Laut Milcherzeugnisverordnung handelt es sich bei Milchpermeat um "das Erzeugnis, das durch Entzug von Milcheiweiß und Milchfett aus Milch, teilentrahmter Milch oder Magermilch mit Hilfe der Ultrafiltration entsteht".

Im Grunde handelt es sich also um das Wasser aus der Milch, nachdem Milcheiweiß und -fett abgefiltern wurden. Vitamine und Mineralstoffe, Milchzucker und ein Teil der Molkenproteine der Milch bleiben jedoch erhalten.

Ayran wird typischerweise aus Joghurt, Wasser und Salz hergestellt. Das Wasser kann durch Milchpermeat ersetzt werden, wodurch der Geschmack verbessert werden soll.

Milchpermeat wird aufgrund seines Geschmacks auch für die Herstellung von Milchmisch- und Molkegetränken verwendet.

Produkte, die mit Milchpermeat hergestellt werden, können Sie ohne Bedenken verzehren.

ältere Nutzer-Kommentare aus dem Jahr 2020 und davor

Britta, am 21.08.2020, 23:30
Vielen Dank an die Redaktion,

ich fühle mich durch die Beiträge sehr gut informiert! Zuvor war ich sehr skeptisch, als ich den Begriff Milchpermeat auf der Zutatenliste - nach dem Kauf - gelesen habe und wollte das Produkt bereits entsorgen.


Durch die Infos habe ich das Getränk beruhigt genossen - danke!


Cutterboy, am 20.08.2020, 11:16
In den Zeiten kruder Verschwörungstheorien wird jetzt auch schon Milchpermeat zum Produkt der "bösen" Lebensmittelindustrie abgestempelt, die uns - Hand in Hand mit der noch "böseren" Regierung - Schritt für Schritt "betrügen" und "vergiften" will. Ja logisch, denn nur so wird man all die nervigen Meckerfritzen, Hardcore-Müslis und Querulanten los. Ok, Scherz beiseite und mal ganz im Ernst: Natürlich gibt es einen Haufen Mist auf dem Markt, weil viele Verbraucher es schön billig haben wollen, aber zu behaupten, dass Milchpermeat in betrügerischer Absicht als Streckmittel eingesetzt wird, um Joghurt einzuparen (#hiddenWatcher), das ist völliger Blödsinn. Auch das teils bissige Gezeter der Leute mit Lakoseintoleranz ist nicht nachvollziehbar, denn nur dort wo LAKTOSEFREI draufsteht, da ist es auch drin. Wer lesen kann und will, der ist klar im Vorteil. ;)

 

Redaktion:
Ihren Punkt "nur wo laktosefrei draufsteht, ist es auch drin" möchten wir etwas relativieren.

Die Menge an Laktose, die jemand vertragen kann, ist sehr individuell. Viele Betroffene können "normalen" Joghurt gut vertragen, da die Laktose zu einem großen Teil von den enthaltenen Milchsäurebakterien abgebaut wurde. Andererseits gibt es Hersteller, die ihrem Joghurt für die Konsistenz Milchpulver zufügen. Dies muss aber nicht gekennzeichnet werden, und als Verbraucher kann man dies nur anhand der Nährtwerttabelle ersehen. Auf keinem dieser Joghurts steht "laktosefrei", obwohl die erste Variante von vielen vertragen wird.


Pamela N, am 20.07.2020, 03:39
Außer, wenn der Joghurt im Ayran eben nicht mit Wasser, sondern dem Abfallprodukt Milchpermeat verdünnt wird. Dann enthält der Ayran +/- genausoviel Laktose wie Milch. Und eben darum ging es doch in diesem Thread, liebe Redaktion! Das ist für uns Laktoseintolerante wirklich ziemlich ärgerlich, wie Azetti schon schrieb! Ich verstehe nicht, wieso das Zeug als Ayran verkauft werden darf. Ist mir doch egal, wo die Industrie das Permeat los wird, ich bin doch kein Mülleimer!

 

Redaktion:
Selbstverständlich können wir gut nachvollziehen, dass Menschen mit einer Laktoseintoleranz den Einsatz des Milchpermeats nicht gut heißen.

Nichtsdestotrotz handelt es sich dabei um ein natürliches Produkt und keinen Abfall im eigentlichen Sinn. Im Zuge der vielen Lebensmittel, die tagtäglich verschwendet werden, ist es aus unserer Sicht gut, wenn das Milchpermeat weiterverwendet wird.

Da es auch Hersteller gibt, die ausschließlich Wasser für ihren Ayran verwenden, können Betroffene auf diese Produkte zurückgreifen.

Man kann natürlich auch nicht voraussetzen, dass jeder Mensch weiß, worum es sich bei Milchpermeat handelt. Um über solche Fakten aufzuklären haben wir unter anderem unser Forum ins Leben gerufen.


Marianne , am 21.02.2020, 16:14
Wer Gründe sucht, wird immer welche finden. Wobei ich mich bei der Laktose immer wegschießen kann. Nach dem Essen oder trinken grummelt es im Gebälk und schon ist man intolerant.. gerade einmal 5% der Bevölkerung haben das Problem - denkt mal nach.

Zurück zum Ayran: ich liebe ihn. Ich kann mich meinem Vorposter NJR nur anschließen. Das Milchpermeat rundet den Geschmack ab. Außerdem ist dann auch der Anteil an Wasser geringer.

Und meine Geschmacksnerven / knospen sind alles andere als verblödet - ich kann nämlich kochen.. *fettgrins

 

Redaktion:
Eine kurze Richtigstellung: In Deutschland sind tatsächlich etwa 15-20 Prozent der Bevölkerung von einer Laktoseintoleranz betroffen.

Dagegen haben 2–5 Prozent der Menschen eine nachgewiesene Allergie gegen bestimmte Nahrungsmittel oder einen ihrer Inhaltsstoffe. Bei einer Allergie laufen im Körper jedochganz andere Prozesse ab, als bei einer Unverträglichkeit.


Christian ka, am 02.02.2020, 18:59
Was ist wenn im ayran anstelle eines Milchprodukten nur milperimeat verwendet wird und dafür das DLG Zertifikat in gold gegeben wird, gilt das dann auch?

Wenn man nur etwas genauer hin sieht,..., und da seit auch ihr (swt) nicht besonders vertrauenswürdig.

 

Redaktion:
Wir verstehen nicht ganz, was Sie möchten. Wenn ein Ayran ohne ein Milchprodukt, also ohne Joghurt hergestellt wird, dann handelt es sich nicht mehr um einen Ayran. Sicherlich bekommt ein solches Lebensmittel keine DLG-Prämierung als Ayran. Sie müssten uns schon mehr zu dem Produkt mitteilen.

Warum Sie uns nicht als vertrauenswürdig einstufen müssten Sie bitte genauer erklären.


Ronald, am 24.01.2020, 14:43
Milchpermeat oder Molke- ist beides gleichermaßen ein natürlicher Bestandteil der Milch. Molke entsteht oft bakteriell, dadurch sind nicht ganz so viele Nährstoffe drin.

Ist lediglich eine Geschmacksfrage, ob der Joghurt nun mit Wasser oder Permeat verdünnt wurde. Mir schmeckt die Variante mit Milchpermeat ein wenig vollmundiger.


miri, am 17.09.2019, 16:14
jaaa, du hast Recht bis in die letzte Zeile und es wird weiterhin verhindert und erschwert das sich die Verbraucherrechte stärken!

Und wie ich beobachte, der Großteil der Menschen macht sich keine Gedanken über überhaupt was!


NJR, am 10.07.2019, 14:47
Ich habe heute einen günstigen und kleinen Ayran entdeckt und noch während des Kaufvorgang nach dem bis mir unbekannten Milchpermeat im Internet gesucht. Für mich gilt das als Qualitätsmerkmal sofern der Yoghurt im Gesamtanteil nicht zu wenig Verwendung findet. Das ist das Gegenteil von Betrug und das Milchpermeat in dieser Verwendung fand einen diente einen sehr guten Zweck und kam mir sogar geschmacklich entgegen.


hiddenWatcher, am 25.05.2019, 17:23
Zitat:

"Das Wasser kann durch Milchpermeat ersetzt werden, wodurch der Geschmack verbessert werden soll."


Wer glaubt denn das ?

Wird hier von der Verbraucherzentrale einfach ein (Lügen-)Marketing-Spruch der Industrie unreflektiert wiedergegeben ?

Milchpermeat wird benutzt um weniger Joghurt bei der Herstellung verwenden zu können, kurz, um Geld zu sparen und dem Kunden, wie eigtl. fast immer in der Nahrungsmittelindustrie, ein minderwertigeres Produkt anbieten und dabei verhindern zu können, daß es ihm geschmacklich auffällt.

Wer nicht bereits durch Industrie-betrugs-food völlig "verblödete" und konditionierte Gschmacksnerven hat, schmeckt allerdings heraus, daß es kein gutes Ayran wenn ist.


Alles was nicht in die ursprüngliche Zusammensetzung eines Nahrungsmittels gehört sich jedoch darin befindet wurde aus aus betrügersichen Absichten hinzugefügt, ob es Zucker in Fleischprodukten ist, künstlich hergesteltte und hoch-schädliche Ascorbinsäure in unheimlich vielen Produkten oder Milchpermeat in Ayran.

Die Tatsache, daß unsere verlogene Gesellschaft und deren Vertreter in der Politik all das legal gemacht haben ändert nichts daran, daß es verbrecherisch ist.

Period.


gez.

hiddenWatcher

 

Redaktion:
Ayran wird typischerweise aus Joghurt, Wasser und Salz hergestellt. Wasser wird also immer verwendet, um die typische Konsistenz von Ayran zu erhalten. Die Herstellung von Ayran aus diesen Zuaten würden wir ebenfalls als natürlich favorisieren.

Milchpermeat entsteht beispielsweise bei der Herstellung von Milchpulver. Warum in der heutigen industriellen Gesellschaft unbedingt so viel Milchpulver hergestellt und Milch in seine Einzelbestandteile zerlegt werden muss, darüber lässt sich sicherlich streiten. Auch handelt es sich um ein sehr energieaufwendiges Verfahren.

Aber warum sollte man das Milchpermeat am Ende verwerfen? Es stammt aus Milch und enthält noch wertvolle Vitamine und Mineralstoffe aus dieser. Die Qualität eines Ayran wird durch die Zugabe von Milchpermeat aus unserer Sicht nicht verschlechtert.

Zucker hat dagegen in hochwertigen Fleischprodukten nichts verloren. Da geben wir Ihnen recht.


azetti, am 20.09.2018, 17:18
Hallo, das Dumme daran ist aber nun, dass ausgerechnet der Milchzucker drin bleibt im "Milchpermeat"! Warum sind diese Hersteller so ignorant und dumm? Laktose will ich ja gerade NICHT trinken, deswegen kaufe ich ja AYRAN (weil Yoghurt nur sehr wenig Milchzucker enthält, weil bereits durch die Milchsäurebakterien vergoren/fermentiert)! Das ist ja der Sinn von Joghurt, deswegen gibt es ihn!! Habs jetzt leider schon getrunken, weil ich den Artikel zu spät gelesen habe. Mal schaun, was passiert...

 

Redaktion:
Hinweis zum Laktosegehalt von Joghurt:

Joghurt enthält im Durchschnitt 3,5 g Laktose pro 100 g. Das ist nicht wenig. Er wird aber trotz seines Laktosegehaltes auch bei Laktoseintoleranz häufig vertragen. Das liegt an den natürlicherweise enthaltenen Milchsäurebakterien. Sie helfen dem Körper, die Laktose besser zu verdauen. Am besten verträglich sind säuerliche Naturjoghurts ohne jegliche Zusätze.

Ayran ist ein mit Wasser verdünnter Joghurt und enthält daher weniger Laktose.

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