Sind Bratlinge aus getrockneten Kidneybohnen giftig?

Stand:

Ich habe gehört, dass Kidneybohnen wegen giftigen Inhaltsstoffen nicht roh verzehrt werden sollten. Ich mache aus getrockneten Kidneybohnen Bratlinge, die ich in einer Pfanne anbrate. Reicht die Hitze - wie beim Kochen - aus, um die Giftstoffe unschädlich zu machen? Oder kann ich von den Bratlingen Vergiftungserscheinungen wie Bauchschmerzen und Durchfall bekommen?

Mehrere Schalen mit verschiedenen Bohnen.
Off

Alle Bohnen enthalten das Pflanzengift Phasin, welches zur der Gruppe der Lektine gehört. In der Pflanze dient das Gift zur Abwehr von Fraßfeinden. Besonders Kidneybohnen weisen einen höheren Gehalt auf. Das Phasin behindert den Sauerstofftransport im Blut, da es die roten Blutkörperchen, die für den Sauerstofftransport zuständig sind, zusammenklebt. Auch die Epithelzellen im Darm können geschädigt und die Nährstoffaufnahme über den Darm gestört werden.

Je nach aufgenommener Menge kann der Verzehr von rohen Bohnen zu Magenverstimmungen, Darmentzündungen mit Durchfällen bis hin zum Tod führen. Kinder sind wegen Ihres geringen Körpergewichtes besonders gefährdet und kleine Mengen reichen aus, um Symptome auszulösen. Erste Symptome treten bereits nach 2 bis 3 Stunden auf.

Um das Phasin zu zerstören, müssen rohe Bohnen mindestens 15 Minuten gekocht werden. Bei der Zubereitung der Bratlinge in der Pfanne besteht die Möglichkeit, dass nicht genügend Hitze in ausreichender Zeit bis in den Kern der Bratlinge gelangt und Restmengen vom Phasin enthalten sind.

Ein Teig für Bohnenbratlinge, besonders in der Gemeinschaftsverpflegung, sollte daher immer aus gekochten Bohnen hergestellt werden.

Viele weitere nützliche Hinweise zu Pflanzengiften finden Sie auf unserer Internetseite.

Schreiben Sie einen Kommentar

Die Verbraucherzentrale nutzt und speichert die in diesem Kommentarfeld erhobene E-Mail-Adresse ausschließlich für die Bearbeitung Ihres Kommentars im Forum. Eine Weitergabe an Dritte erfolgt nicht.

Sie haben das Recht, Ihre Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft zu widerrufen, z.B. per E-Mail an die Adresse datenschutz@verbraucherzentrale.nrw. Weitere Informationen zum Datenschutz finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.

*Pflichtfelder