Keine Nährwertangaben auf alkoholischen Getränken

Stand:

Mir ist aufgefallen, dass sich auf alkoholischen Getränken keine Zutatenliste befindet, auch Nährwertangaben fehlen. Ist denn das richtig?

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Ja, im Gegensatz zu anderen verpackten Lebensmitteln ist für alkoholische Getränke mit mehr als 1,2 Volumenprozent Alkohol weder ein Zutatenverzeichnis noch eine Nährwertkennzeichnung verpflichtend.

Für Bier gilt in Deutschland bezüglich der Zutatenliste eine Ausnahme, hierfür ist eine solche anzugeben.

In jedem Fall müssen jedoch bei alkoholischen Getränken Allergene gekennzeichnet werden, wie Milch oder glutenhaltige Getreide. Das trifft auch für Schwefeldioxid bzw. Sulfit ab einem Gehalt von mehr als 10 Milligramm in einem Liter zu. Es wird durch die Angabe "geschwefelt" kenntlich gemacht.

Außerdem muss das Etikett Hinweise auf bestimmte Zusatzstoffgruppen tragen, wenn diese eingesetzt wurden. Angaben wie "mit Farbstoff", "mit Konservierungsstoff", "konserviert", "mit Antioxidationsmittel" oder "mit Geschmacksverstärker" informieren über die Verwendung der entsprechenden Zusatzstoffe im alkoholischen Getränk.

Der Deutsche Brauer-Bund und der Verband Private Brauereien Deutschland haben sich 2019 verpflichtet künftig freiwillig auf den Etiketten aller Biere und Biermischgetränke den Brennwerte (Kalorien/Joule) pro 100 Milliliter anzugeben. 

Der Deutsche Spirituosenverband BSI informiert zumindest auf seiner Internetseite über Nährwertangaben und Zutaten von deutschen Spirituosen.

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Alkohol ist eine Droge, die europaweit größeren gesamtgesellschaftlichen Schaden anrichtet, als jede andere. 57 Milliarden Euro Folgekosten, jedes Jahr, in Deutschland - getragen von jedem einzelnen Krankenkassen- und Rentenkassenbeitragszahler - nur damit Alkoholindustrie und -Konsumenten auf Kosten Dritter billig Party feiern können!? Wir haben eine Pandemie zu verkraften - da sollte wenigsten die Alkoholsteuer so drastisch erhöht werden - wie auch die WHO fordert! - damit die Verursacher selbst für ihren Schaden aufkommen! Wieso braucht Alkohol weder Nährwerttabelle noch Schockbilder? Ist es ein "Nahrunsmittel" oder wie Zigaretten ein Suchtmittel? Es ist eine Droge, und Deutschland sollte endlich die WHO Empfehlungen befolgen!

 

Anmerkung der Redaktion:

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) fordert seit Jahren eine einheitliche Nährwertkennzeichnung für alkoholische Getränke: https://www.vzbv.de/meldung/einheitliche-naehrwertangaben-fuer-getraenke-noetig

Steuererhöhungen sind immer wieder in der Diskussion, auch Zucker- und Fettsteuern. Um aber tatsächlich Veränderungen zu bewirken, ist eine Steuererhöhung allein eher nicht zielführend. Unser Fazit zum Thema Zucker- und Fettsteuer lässt sich auch auf eine mögliche Alkoholsteuer übertragen: "Es bedarf eines ganzen Maßnahmenbündels aus Steuern (vielleicht auch nur ein Umbau der Mehrwertsteuern), Werbeverboten, abschreckenden Bildern, Aufklärungskampagnen und einem gesundheitsförderlichen Lebensumfeld vor allem für Kinder und Jugendliche."

Bei Alkohol handelt es sich um ein Genussmittel, das soziale Anerkennung genießt. Ob eine offizielle Einstufung als Droge oder eine Steuererhöhung den Konsum verringern würde, ist fraglich, da viele soziale Faktoren eine Rolle spielen. Der gesellschaftliche Blick auf Alkohol als Genussmittel müsste sich generell verändern, wofür eine Vielzahl verschiedener Maßnahmen notwendig sind.