Welcher Lachs enthält die größten Mengen an Omega-3-Fettsäuren?

Stand:
Es gibt Lachs aus Aquakulturen, Wildlachs und Seelachs. Der Fettgehalt schwankt von dem erstgenannten 13 g bis 1 g bei dem letzten. Da ich viel Omega-3-Fette essen soll, wäre Lachs aus Aquakultur für mich die beste Variante. Habe ich das richtig verstanden?
Ein Lachs und mehrere Lachsfilets liegen auf Eis.
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Zuchtlachs ist grundsätzlich eine gute Quelle für Omega-3-Fettsäuren.

Er enthält insgesamt mehr Fett und somit auch mehr Omega-3-Fettsäuren als Wildlachs, weil er regelmäßig gefüttert wird und sich weniger bewegt. Der Wildlachs schwimmt täglich viele Kilometer und frisst zudem nur nach Angebot.

Die Menge an Omega-3-Fettsäuren im Zuchtlachs hat in den vergangenen Jahren insgesamt abgenommen. Der Grund liegt im Futter der Tiere. Dieses besteht heute zu einem Großteil aus pflanzlichen Quellen und weniger aus Wildfisch.

Wir würden bei Zuchtlachs immer empfehlen die Biovariante zu wählen. Das Futter von Bio-Lachsen stammt aus ökologischem Anbau und das Fischmehl aus nachhaltiger Speisefischerei. Zudem verfügen Bio-Lachse über mehr Platz, wodurch sie mehr schwimmen. Sie sind insgesamt fitter und bekommen weniger Parasiten wie die Lachslaus. Gegen diesen Schädling werden im konventionellen Bereich häufig Insektizide eingesetzt, die das Meer belasten.

In konventionellen Fischfarmen leben die Fische dichtgedrängt zusammen. Ihre Fäkalien, Futter- und Arzneimittelreste verseuchen das umliegende Meer. Ihre Krankheitskeime stecken wilde Artgenossen an.

Viele Zuchtlachse entweichen auch aus den Käfigen und setzen sich bei der Paarung gegen die Wildlachse durch. Ihre Nachkommen sind allerdings nicht fit genug für die Wildnis.

Bei Wildlachs lohnt es sich auf das MSC-Siegel  zu schauen. MSC steht für Marine Stewardship Council und ist der weltweit bedeutendste Standard für ökologisch nachhaltigere Fischereien. Dennoch sind einige MSC-zertifizierte Fischereien nicht bzw. nur bedingt empfehlenswert. Daher raten wir, dem Siegel nicht blind zu vertrauen und auch zertifizierte Fischereiprodukte mit unserem Fischratgeber auf ihre Nachhaltigkeit zu überprüfen.

Durch das Räuchern von Lachs schwindet der Omega-3-Fettsäuren-Gehalt nicht, da die Kerntemperatur unter 70 Grad Celsius bleibt.

Der Seelachs gehört, trotz seines Namens, nicht zu den Lachsfischen. Daher enthält dieser auch sehr viel weniger Fett als Lachs und damit auch weniger Omega-3-Fettsäuren. Seelachs zählt zu den fettarmen Fischsorten.

Reich an Omega-3-Fettsäuren sind sogenannte Fettfische wie Lachs, aber auch Makrele, Hering oder Thunfisch.

In Fischen befinden sich die Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) als wichtige Omega-3-Fettsäuren.

Zu den pflanzlichen Omega-3-Fettsäuren zählen unter anderem die alpha-Linolensäure (ALA). ALA ist vor allem in einigen pflanzlichen Ölen (beispielsweise Raps-, Walnuss- und Leinöl), Nüssen, Lein- und Chia-Samen enthalten.

Sie kann im Körper bis zu einem gewissen Grad in EPA und DHA umgewandelt werden, so dass man nicht unbedingt auf die tierischen Fettsäuren angewiesen ist.

Pro Tag werden etwa 2,3 g ALA empfohlen. Diese befinden sich bereits in 1-2 Esslöffel Lein- oder Rapsöl. Ob es tatsächlich ausreicht den Bedarf an Omega-3 aus rein pflanzlichen Quellen zu decken ist bisher noch nicht abschließend geklärt.

Eine weitere Möglichkeit sind Öle aus DHA-reichen Mikroalgen, die z.B. Veganern empfohlen werden. Mikroalgen stehen am Anfang der Nahrungskette vieler Fische, wodurch sie die Omega-3-Fettsäuren selber auch erst aufnehmen.

Die offizielle Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung lautet ein- bis zweimal pro Woche eine Portion Fisch zu verzehren.

Seefisch kann jedoch mit Umweltgiften wie etwa Quecksilber belastet sein. Ein recht ausführlicher Artikel zu "Schwermetallen in Lebensmitteln" finden Sie unter VIS-Bayern.

Ob Omega-3-Fettsäuren aus Kapseln sinnvoll sind, beleuchten wir in unserem Forum "Klartext Nahrungsergänzung".

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Gibt es Analysen über den Gehalt von Omega 3 Fetten in aktuellen Zuchtlachsbetrieben?

C20:5 N-3 Fettsäure 0,70 g
C22:5 N-3 Fettsäure 0,30 g
C22:6 N-3 Fettsäure 1,12 g

Das sind die aktuellen Werte aus dem BLS 3.02 für Lachs, roh im Allgemeinen.

Sind diese Werte noch zutreffend?

Anmerkung der Redaktion:

Uns liegen keine aktuellen Informationen darüber vor. Vielleicht kann Ihnen das Fischinformationszentrum unter https://www.fischinfo.de/

Auskunft geben.

 

Wie können Sie in den Kommentaren beahupten, dass der Omega-3-Fettsäuren-Gehalt im Zuchtlachs, den gehalt der Omeg-6-Fettsäuren überwiegt, aber im anderen Kommentar zugeben, dass Ihnen keine Informationen über den Gehalt von Omega-3-Fettsäuren vorliegen? Entweder wissen sie es oder nicht, aber sie können diese kein postives Omega-3:6-Verhältnis behaupten, ohne es zu belegen.

 

Anmerkung der Redaktion 

Unsere Antwort bezog sich darauf, dass wir keine aktuelleren Informationen als die des Kommentators vorliegen haben, nämlich die Daten aus dem Bundeslebensmittelschlüssel 3.02.  Wie wir im Kommentar vom 14.4.21 schreiben, liegt der Omega-3-Fettsäuren-Gehalt im Lachs allgemein ein Vielfaches über dem von Omega-6 (Grundlage ist der Bundeslebensmittelschlüssel). Dies kehrt sich auch dadurch nicht um, dass im Laufe der letzten Jahre Veränderungen in der Zuchtlachsfütterung zu geringeren Omega3-Gehalten geführt haben (Quelle hierfür:  https://www.test.de/Zuchtlachs-und-Wildlachs-im-Test-4469517-4469522/).

 

 

Ja, wie hoch sind denn nun die durchschnittlichen Omega-3-Werte?
Auf den Packungen sind indirekt auch immer die Anteile ungesätättigter Fettsäuren angegeben, gibt es ein ungefähres Verhältnis davon zum Omega-3 Anteil?

Nebenbemerkung: Den Lachsfreunden könnte er (der Appetit auf Lachs) jetzt aber wieder vergehen: Denn die EU- Kommission hat beschlossen, im Futter für Salmoniden, zu denen auch Lachse gehören, eine zehnmal höhere Dosis des Pestizids Endosulfan zuzulassen. Experten warnen nun vor dem Verzehr von Lachs aus Zuchtfarmen (nicht unbedingt der aktuellste Stand, Zitat ist aus 2013)

Anmerkung der Redaktion 

Laut Bundeslebensmittelschlüssel beträgt der Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren im Lachs 3,9 Gramm pro 100 Gramm. Davon fallen etwa 2,6 Gramm auf die Omega-3-Fettsäuren. Das wären also etwa zwei Drittel. Beim Lachs kann der Omega-3-Fettsäuregehalt allerdings recht stark schwanken.

Da es sich beim Lebensmittel Fisch um ein Naturprodukt bzw. individuelles Lebewesen handelt, beeinflussen unter anderem die Fangsaison, das Alter, die Paarungszeit, der Gesundheitszustand und die Futterversorgung der Fische deren Omega-3-Fettsäureanteil stark. Auch enthalten die fettarmen Rückenfilets oder Schwanzendstücke weniger Omega-3-Fettsäuren als die fetten Bauchlappen.

Die Health Claims-Verordnung schreibt vor, dass Produkte mit nährwert- oder gesundheitsbezogenen Angaben eine Nährwertkennzeichnung haben müssen. Diese Angaben informieren über den Fettgehalt, gesättigte Fettsäuren, aber ein Verhältnis von ungesättigten Fettsäuren zu Omega-3-Anteilen wird nicht vorgeschrieben. Wenn ein Produkt auf der Verpackung mit Omega-3 wirbt, müssen die Angaben wissenschaftlich abgesichert sein. Steht ein erhöhter Omega-3-Anteil, ist diese Angabe nur zulässig, wenn die Erhöhung des Anteils mindestens 30 % gegenüber einem vergleichbaren Produkt ausmacht.

Pestizidbelastung im Lachs
Fische aus Aquakulturen sind durch die Intensivhaltung stärker mit Pestiziden oder Medikamentenrückständen belastet als Wildfische. Ob Endosulfan oder andere, ähnlich brisante Pestizide zum Einsatz kommen, ist kaum vermeidbar. Wir raten deshalb zum Kauf von Bioware, bei deren Erzeugung diverse dieser Substanzen nicht erlaubt sind.

 

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