Was liefert mehr Eisen: Schokolade oder Fleisch?

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Was enthält mehr Eisen: dunkle Schokolade oder Rindfleisch? Bei einem Quiz bin ich neulich über diese Frage gestolpert. Ich dachte immer, Fleisch sei der beste Eisenlieferant. Die "richtige" Antwort lautete jedoch dunkle Schokolade. Stimmt das?

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Geht man rein nach den Werten in der Fachliteratur, lassen sich Eisengehalte bei Schokolade finden, die diejenigen von Rindfleisch tatsächlich übertreffen. Ausschlaggebend ist dabei der Anteil an Kakaomasse. So gibt es Schokolade mit bis zu 3 Milligramm Eisen pro 100 Gramm. Rindfleisch enthält je nach Teilstück etwa 1,9 bis 2,4 Milligramm.

Als Eisenlieferant ist jedoch das Rindfleisch besser geeignet. Es enthält - ebenso wie Schweinefleisch, Geflügel oder Fisch - Eisen in einer gut verfügbaren Form. Dieses zweiwertige Eisen (= Häm-Eisen) ist Bestandteil des Blutfarbstoffs und kommt nur in tierischen Lebensmitteln vor.

Pflanzliches Nicht-Häm-Eisen wie z.B. aus Kakao liegt in dreiwertiger Form vor und kann vom Körper schlechter resorbiert werden. Durch den gleichzeitigen Verzehr von Vitamin C z.B. aus Obst und Gemüse lässt sich die Bioverfügbarkeit von pflanzlichem Eisen erhöhen.

Kakao enthält neben Mineralstoffen wie Eisen und Magnesium auch gesundheitsfördernde sekundäre Pflanzenstoffe. Diesen sogenannten Flavanolen werden herzschonende, blutdrucksenkende Eigenschaften zugeschrieben. Dennoch sollte Schokolade nur in Maßen genossen werden, da sie reichlich Zucker und Fett enthält. Diese liefern jede Menge Extra-Kalorien. Außerdem kann Kakao mit Cadmium belastet sein, da er bevorzugt auf vulkanischen Böden wächst, die von Natur aus reich an Cadmium sind.

ältere Nutzer-Kommentare aus dem Jahr 2020 und davor

Besucher, am 02.07.2016, 12:18
P.S. Ich habe mich etwas missverständlich ausgedrückt, glaube ich. Ich wollte sagen: Ich würde auf VollkornWEIZEN (weil ganz besonders belastet) und Kakao und Spinat und Knollensellerie und Leinsaat und solche besonders(!) stark belasteten Lebensmittel komplett verzichten oder sie nur extrem selten (ein- oder zweimal im Jahr?) zwecks Diversität in den Speiseplan aufnehmen. Und dies deshalb, weil man bereits mit weniger belasteten Lebensmitteln wie beispielsweise Vollkorn-Roggen, Kartoffeln und Gemüsen viel zu schnell an den Grenzwert rankommt. Im Grunde ist "alles" belastet, was ein sich vollwertig ernährender Vegetarier zu sich nimmt. Daher kann man sich diese besonders stark belasteten "Bomben" à la Weizen und Kakao etc. meiner Meinung nach nicht leisten.

 

Redaktion:
Cadmium ist aufgrund seines breiten Vorkommens in Böden sowohl in pflanzlichen als auch in tierischen Lebensmitteln vorhanden. Die Aufnahme des Schwermetalls lässt sich daher nicht komplett vermeiden. Bei einer abwechslungsreichen Auswahl an Lebensmitteln wechseln sich nicht nur automatisch stärker belastete mit geringer belasteten Lebensmitteln ab. Auch eine gute Versorgung mit Nährstoffen ist am ehesten gewährleistet.

Lebensmittel mit hohem Cadmiumgehalt sind vor allem Innereien, Meeresfrüchte, Wildpilze, Ölsaaten und Kakao. Zur Gesamtbelastung tragen allerdings hauptsächlich die in größeren Mengen verzehrten Produkte mit einem nur geringen oder durchschnittlichen Cadmiumgehalt wie Gemüse und Getreideprodukte bei. Experten sind sich einig, dass in der Gesamtbilanz die gesundheitlichen Vorteile einer pflanzlich geprägten Ernährungsweise die potentiellen Nachteile überwiegen. Personen, die viel Gemüse und Getreide verzehren, sollten ihre Ernährungsgewohnheiten nicht ändern


Hannah K, am 10.09.2016, 05:04
Bei ubs gibt es da ein Sprichwort: Zu Tode gefürchtet, ist auch gestorben...

Im Grunde ist fast alles was wir essen/verwenden in irgendeiner Weise giftig. Deswegen so überreagieren ist dann aber schon lächerlich.


Besucher, am 02.07.2016, 12:05
Also ich möchte darauf hinweisen, dass die Cadmium-Belastung bei Schokolade immens ist. Ich finde, das wird hier etwas harmlos und am Rande erwähnt. Ich halte Cadmium ernährungstechnisch für weit gefährlicher als etwa Zucker oder gar Fett.

Cadmium ist krebserregend, und Vegetarier, die viel Vollkornprodukte und Gemüse essen, überschreiten schnell den Grenzwert, den ein Mensch täglich zu sich nehmen darf.

Kakao aus Süd-Amerika ist aufgrund der erwähnten Vulkangesteine besonders stark belastet, aber auch anderer Kakao. Ich würde den Verzehr von Kakao, Leinsaaten, Knollensellerie, Spinat und Vollkornweizen ganz oder fast vollständig einschränken. Mit Kartoffeln, Vollkornroggen, anderen Gemüsen usw. kommt man bereits viel zu schnell an den Tagesgrenzwert und darüber hinaus.

 

Redaktion:
Je nach Zusammensetzung des Bodens können Kakaobohnen unterschiedlich hohe Mengen Cadmium enthalten. Dies gilt besonders für Schokoladenprodukte mit hohem Anteil an Kakao. Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass Edelkakaobohnen, insbesondere lateinamerikanischen Ursprungs, erheblich mit Cadmium belastet sein können.

Seit 1997 gelten lediglich rechtlich unverbindliche Richtwerte von 0,1 mg/kg für Milchschokolade und 0,3 mg/kg für Schokolade, Sahneschokolade und Pralinen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt den Höchstgehalt für Cadmium in Schokolade zwischen 0,1 und 0,3 mg/kg verbindlich festzusetzen

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