Leinsamen und Medikamente?

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Stimmt es, dass man Leinsamen o.ä. Samen nicht. z.B. im Müsli nehmen sollte, wenn man unmittelbar davor oder danach Tabletten nimmt, weil diese sonst nicht voll wirken können, weil die Samen sich im Darm mit ihnen verbinden und sie teilweise ausscheiden?
Leinsamen in einer Schale.
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Leinsamen sind als natürliche Verdauungshilfe bekannt. In der Schale sind viele Schleimstoffe enthalten. Die Schleimstoffe, die sich in den Samenschalen befinden, verbinden sich im Darm mit Wasser und quellen auf. Dadurch vergrößert sich das Volumen des Darminhalts, was wiederum die Verdauung anregt.

Auf Grund dieser Schleimbildung kann aber die Aufnahme von Arzneimitteln über den Darm auch behindert werden. Denn die Aufnahme von Wirkstoffen aus Medikamenten erfolgt größtenteils ebenfalls über den Darm. Daher sollten Sie Leinsamen nicht gleichzeitig mit Medikamenten einnehmen, sondern möglichst erst nach einem zeitlichen Abstand von mindestens zwei bis drei Stunden um eine optimale Aufnahme der Medikamente zu gewährleisten.

Leinsamen bieten in der Ernährung viele Vorteile: Sie enthalten neben den Schleimstoffen auch lösliche Ballaststoffe, Omega 3 Fettsäuren und Protein. Besonders in geschroteter Form können die Inhaltsstoffe Ihre Wirkung entfalten.

Ganzen Leinsamen sollte man einige Minuten vor dem Verzehr quellen lassen oder mit dem Mörser zerkleinern.  Dadurch werden die Inhaltstoffe der Schale für den Körper besser verfügbar. Geschroteter oder gequetschter Leinsamen wirkt stärker, verdirbt aber auch schneller. Aus der Forschung gibt es Hinweise, dass diese eine krebsvorbeugende Wirkung haben.

Wegen des oft hohen Cadmiumgehaltes von Leinsamen sollten maximal zwei Esslöffel Leinsamen pro Tag verzehrt werden. Wichtig ist, dazu mindestens 100 Milliliter Wasser oder ungesüßten Tee pro Esslöffel zu trinken. Denn wenn zu wenig getrunken wird können die Schleimstoffe den Darm verkleben und es kommt zu einer Verstopfung. Auch der Rachenraum und die Speiseröhre können verstopfen, wenn Leinsamen ohne bzw. mit sehr wenig Flüssigkeit eingenommen werden.

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Einnahme von Medikamenten und Leinsamen  nicht geschrotet in welchen Zeitabstand ist die Einnahme gemeinsam, oder besser Zeitlich trennen  bei Verstopfung soll man nicht geschrotete Verwenden

 danke für eine Nachricht.

 

Antwort der Redaktion:

Wie wir in dem Artikel beschreiben, soll der Abstand zwischen der Einnahme von Medikamenten und Leinsamen  zwei bis drei Stunden betragen. Dadurch werden die Medikamente besser aufgenommen. Dabei ist es egal, ob die Leinsamen geschrotet sind oder nicht. Bei  geschroteten Leinsamen kann das Leinöl besser verwertet werden und dieses untersttzt ebenfalls den abführenden Effekt.