Können Konserven, Nudeln und Hülsenfrüchte nicht schlecht werden?

Stand:

Können Konserven (z. B. Kidneybohnen), getrocknete, abgepackte Nudeln (ohne Ei) oder getrocknete Hülsenfrüchte tatsächlich nicht schlecht werden? Ist das Verfallsdatum dann nur aus rechtlichen Gründen auf der Verpackung abgebildet?

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Im Grunde ist das so richtig. Wenn die Lagerbedingungen stimmen und keine Schädlinge an die Lebensmittel kommen (v.a. bei Nudeln und Hülsenfrüchten) sind diese Lebensmittel noch Monate oder Jahre nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) verzehrbar.

Nudeln aus Vollkorn halten nicht so lange, weil das ganze Korn verarbeitet wurde und durch den Keimling etwas mehr Fett enthalten ist, wodurch ein ranziger Geruch und Geschmack entstehen kann.

Bei Konserven sollten stark verbeulte, undichte oder rostige Dosen ungeöffnet entsorgt werden. Durch Knicke in der Dosenwand kann die Innenlackierung zerstört werden und Metalle ins Innere übergehen. Auch aufgeblähte Dosen sollten Sie ungeöffnet entsorgen, da sich darin sehr giftige Toxine gebildet haben könnten (Botulismus).

Das MHD war einst eine wichtige Errungenschaft für den Verbraucherschutz: Überalterte Ware verschwand endlich aus den Supermarktregalen. Doch jetzt steht es wieder in der Diskussion, denn für länger haltbare Ware wie Tee, Reis, Nudeln oder Gewürze soll es abgeschafft werden. Zu viele Verbraucher verwechseln es mit einem "Verfallsdatum" und entsorgen abgelaufene Lebensmittel, die noch länger haltbar wären.

Ganz ohne Datum dürfen Lebensmittel aber auch nicht sein. Es besteht die Gefahr, dass die alte "Ladenhüterzeit" wieder anbricht. Daher fordern die Verbraucherzentralen, dass zumindest das Produktions- oder Herstellungsdatum auf der Verpackung angegeben werden muss, wenn kein MHD angegeben wird.

Übrigens muss man zwischen Verfallsdatum bzw. Verbrauchsdatum und Mindesthaltbarkeitsdatum unterscheiden.

Sehr leicht verderbliche Lebensmittel, die nach kurzer Zeit eine unmittelbare Gesundheitsgefahr darstellen können, werden mit dem Verbrauchsdatum gekennzeichnet. Dazu gehört beispielsweise frisches Hack- oder Geflügelfleisch, frischer Fisch aber auch abgepackte fertige Salatmischungen.

Das MHD gibt den Zeitpunkt an, bis zu dem der Hersteller garantiert, dass das ungeöffnete Lebensmittel bei richtiger Lagerung seine spezifischen Eigenschaften, wie Geruch, Geschmack und Nährstoffe behält. Nach Ablauf des MHDs ist das Lebensmittel nicht automatisch verdorben. Ob dieses Produkt noch genießbar ist oder nicht, lässt sich mit den eigenen Sinnen überprüfen.

ältere Nutzer-Kommentare aus dem Jahr 2020 und davor

Gerald, am 24.01.2019, 01:02
Das "MHD" beachte ich inzwischen sehr selten.Seit ich ein MHD vom Imkerhonig sah, war das schon merkwürdig. Archäologen fanden schon Honig der ein paar tausend Jahre alt war und noch genießbar war. Also Honig kann einen schon Mal überleben.

 

Redaktion:
Im Prinzip haben Sie recht. Honig kann sehr lange über das (verpflichtende) MHD hinaus haltbar sein. Der Wassergehalt bei Honig ist unterschiedlich. Enthält er mehr Wasser ist beispielsweise eine Gärung möglich, dann schmeckt er nicht mehr. Wie bei allen Lebensmitteln mit MHD gilt auch bei Honig: Sinne einsetzen. Wenn er gut riecht, schmeckt und aussieht, ist er noch genießbar.

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