Kann man Kaffeesatz bedenkenlos mittrinken? Auch wegen des Acrylamids?

Stand:
Ich bitte um Information zu der Frage, ob man Kaffeesatz bedenkenlos mittrinken kann, da er angeblich viele Mineralien und weitere wertvolle Inhaltsstoffe enthalten soll, oder ob auch Bedenken bestehen, zum Beispiel wegen des Acrylamids?
Kaffeesatz
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Zum Konsum von Kaffeesatz existieren derzeit nur sehr wenige wissenschaftlichen Studien (dies bestätigt auch eine Rückfrage beim Deutschen Kaffeeverband e.V.).

Wie Sie aber bereits richtig schreiben, gibt es tatsächlich Hinweise darauf, dass im Kaffeesatz eine höhere Konzentration an Antioxidantien vorhanden ist. Zu den Antioxidantien zählen Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe.

Koffein
Das in den Kaffeebohnen enthaltene Koffein ist sehr gut wasserlöslich und geht beim Brühvorgang fast vollständig in den Kaffee über. Daher kommt es durch die Aufnahme von Kaffeesatz nicht zu einer wesentlich höheren Koffeinaufnahme.

Acrylamid
Bei Acrylamid handelt es sich um einen als krebserregend eingestuften Stoff. Dieser entsteht bei der Verarbeitung von stärkehaltigen Produkten wie Kartoffeln oder Getreide bei Temperaturen über 120 Grad Celsius.
Erhöhte Acrylamidgehalte finden sich daher vor allem in Chips, Pommes frites, Bratkartoffeln aber auch in Keksen, Kräcker, Toast- und Knäckebrot oder eben auch Kaffee.

Es wird davon ausgegangen, dass das Acrylamid, das in den Kaffeebohnen vorhanden ist, komplett in das Getränk übergeht. Es spielt also nur eine Rolle, wie viel Acrylamid beim Rösten in den Kaffeebohnen entstanden ist. Wirklich belastbare Studien zur Löslichkeit von Acrylamid liegen allerdings nicht vor.

Dazu kann man grundsätzlich sagen, dass Kaffeebohnen, die länger und dunkler geröstet werden, durchschnittlich etwas weniger Acrylamid als hellere Röstungen enthalten. Das liegt daran, dass ab einem bestimmten Zeitpunkt wird das Acrylamid wieder zersetzt wird. Eine noch längere Röstzeit ist aber auch keine Lösung, da dabei auch negative Stoffe wie etwa Furan entstehen können und der Geschmack des Kaffees beeinträchtigt wird.
Auch findet man in Robusta-Kaffees etwas mehr Acrylamid als in Arabica-Kaffees.

Cholesterinspiegel
Einige der wenigen Studien liefern Hinweise darauf, dass das Trinken von ungefiltertem Kaffee den Cholesterinspiegel im Blut etwas erhöhen kann. Dies liegt daran, dass zwei Stoffe im Kaffee (Kahweol und Kafestol) in der Lage sind, den Cholesterinspiegel leicht zu erhöhen, im Filterkaffee jedoch mechanisch durch den Filter zurückgehalten werden. Beim Mittrinken des Kaffeemehls würde man diese Stoffe also ebenfalls mit aufnehmen.
Ob dieser Effekt jedoch klinisch relevant ist, ist bisher noch nicht geklärt.

Fazit
Die Menge an Kaffeemehl im Kaffee ist von der Zubereitungsart des Kaffees abhängig. Vor allem bei der Zubereitung nach skandinavischer oder türkischer Art, bei denen der Kaffee aufgekocht aber nicht gefiltert wird, findet man vermehrt Kaffeesatz in der Tasse.
Bei einer Trinkmenge von vier bis fünf Tassen ungefilterten Kaffee pro Tag ist die verzehrte Menge an Kaffeesatz dennoch eher gering.
Aufgrund mangelnder Datenlage würden wir von einem zusätzlichen Verzehr von Kaffeesatz eher abraten.

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Hallo, Kaffeebohnen die länger und dunkler geröset sind enthalten weniger Acrylamid?, das macht mich nachdenklich, ist das ein Schreibfehler? Grüße 

Anmerkung der Redaktion:

Es ist tatsächlich so, dass der Acrylamidgehalt bei längerer Röstung wieder abnimmt. Ab einem bestimmten Zeitpunkt wird das Acrylamid wieder zersetzt. Dadurch weist Kaffee mit kürzerer Röstzeit höhere Acrylamidgehalte auf.

Allerdings ist es keine Lösung den Kaffee einfach noch länger zu rösten, da dabei dann auch andere negative Stoffe, wie etwa Furan entstehen können. Auch der Geschmack des Kaffees würde darunter leiden.

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