Hygiene in Bäckereien und Metzgereien

Stand:

Mich stört, dass in unserer Bäckerei die Backwaren ohne Handschuhe in die Tüte gesteckt werden. Anschließend wird zum Kassieren das Geld angefasst. Das erscheint mir sehr unhygienisch. Bei der Metzgerei ist das genauso. Gibt es da keine Hygienevorschriften, die das Tragen von Handschuhen vorschreibt?

In einer Bäckerei hält eine Frau ein Teilchen mit einer Zange.
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Es gibt keine gesetzlichen Vorschriften zum Tragen von Einmalhandschuhen in Bäckereien, Metzgereien oder anderen Lebensmittelgeschäften. Das Tragen von Einmalhandschuhen für Verkaufspersonal bietet keinen hygienischen Vorteil im Vergleich zum Verzicht auf Handschuhe. Ohne Hygienemaßnahmen herrscht bereits nach wenigen Minuten auf Händen bzw. Handschuhen eine vergleichbare Keimbelastung. Daher schreibt der Gesetzgeber das Tragen solcher Handschuhe nicht verpflichtend vor.

Trotzdem ist die jeweilige Betriebsleitung für die Hygiene verantwortlich. Sie muss kritische Kontrollpunkte identifizieren und ein Konzept erstellen, mit dem gewährleistet wird, dass der Kunde hygienisch einwandfreie Lebensmittel erhält.

So sollte das Anfassen der Backwaren mit der bloßen Hand auf ein Minimum beschränkt werden. Geeignete Hilfsmittel sind Tüte oder Papier bzw. eine Zange oder ein großer Handschuh zum schnellen An- und Ausziehen. Regelmäßiges Händewaschen nach dem Kontakt mit Geld sollte eine Selbstverständlichkeit sein.

Wenn Sie beim Einkauf beobachten, dass eindeutig unhygienische Zustände in einer Bäckerei oder Metzgerei herrschen, können Sie dies der amtlichen Lebensmittelüberwachung melden. Diese Behörde ist befugt, den Handel zu kontrollieren und ggf. rechtliche Schritte einzuleiten. Zudem ist sie auf Beschwerden aus der Bevölkerung angewiesen.

ältere Nutzer-Kommentare aus dem Jahr 2020 und davor

Matlena, am 12.08.2020, 13:14
ist es zulässig, dass in einer Bäckerei die Verkäuferinnen zwar Masken tragen, sie aber ALLE die Nase frei haben, weil sie ansonsten nicht atmen können? Auf die Frage von mir, warum sie so agieren kam die Antwort...stellen Sie sich mal 8 Stunden hierher und können nicht atmen!

Zudem waren die Einmalmasken mit Sicherheit keine EINMAL-Objekte sondern waren durch längere Gebrauchsspuren nicht gerade hygienisch .Glücklicherweise ist es nicht mein Bäcker sondern war garantiert nur ein einmaliger Zufall.

 

Redaktion:
Für das Personal wie auch für die Kunden gilt Maskenpflicht. Dabei sind Mund und Nase zu bedecken. Die Maskenpflicht entfällt, wenn in Kassen- und Thekenbereichen von Ladengeschäften durch transparente oder sonst geeignete Schutzwände ein zuverlässiger Infektionsschutz gewährleistet ist. Beschwerden über die Missachtung der Maskenpflicht können Sie an das zuständige Gesundheitsamt richten.


Lieselotte, am 24.07.2020, 12:49
Warum ist hier die ganze Zeit von Einmalhandschuhen die Rede? Es gibt doch diese Riesenhandschuhe extra zum Fassen von Backwaren. Die lassen Platz rund um die Hand und die Verkäuferin braucht nur kurz reinzuschlüpfen und kann den Handschuh wieder an die dafür vorgesehene Stelle legen, sobald das Backwerk in der Tüte ist. Alternativ gibt es die Zange und manche Verkäuferinnen sind geübt darin, mit einem Stück Spezialpapier Kuchen oder was immer in die Tüte soll so anzufassen, dass ihre Hände nicht damit in Berührung kommen. Manche machen es auch mit einer Serviette, das geht aber oft schief, d. h., es kommen Finger an die Backware. Tipp: Serviette erst einmal auffalten und dann die Ware damit nehmen.

Was an dem Bargeld und besonders dem Kleingeld hängt, das abwechselnd mit den Lebensmitteln angefasst wird, kann man nie wissen. Vielleicht sind die Geldstücke auf die Straße gefallen, vielleicht an einer Stelle, auf die vorher ein Tier oder Mensch uriniert hat oder anderes, vielleicht sind sie durch die Hände von Menschen gegangen, die in sehr schlechten hygiensischen Verhältnissen leben usw.

In Zeiten von SARS-CoV-2 finde ich es auch absurd, dass ich den Backwarenverkäufern zwar nicht die Hand geben darf, aber beruhigt essen soll, was sie in der Hand hatten.


Ulli Gritzuhn, am 26.04.2020, 12:12
Es ist schon ein wenig bizarr, wie mit diesem Thema in Corana-Zeiten verfahren wird. Wir haben Kontaktbeschränkungen, Abstandsregelungen und Maskenpflicht (was ich richtig finde) - aber die Hygiene bei der Ausgabe von Backwaren wird nicht angepasst.

Wenn es so etwas gibt wie eine Schmierinfektion, dann ist es nicht auszuschließen, dass das sequentielle Anfassen von Geld und Backwaren zur Übertragung führt.

Völlig inakzeptabel ist der Hinweis, dass dem BfR noch keine Kenntnis einer Bargeld-übertragenen Infektion vorliegt. Das kann am Datenmangel liegen, oder an der Nachweisbarkeit.

Dieser Tage beschränken wir hysterisch sogar Eventualitäten. Es liegt auch keine Kenntnis einer Übertragung auf bayerischen Wanderwegen vor. Trotzdem sind Wanderparkplätze gesperrt.

Also bitte! Koherenz! Alles andere ist unverantwortlich.

 

Redaktion:
Sie haben natürlich recht. Eine Gefahr der Übertragung des Virus besteht immer, egal wie unwahrscheinlich manch ein Szenario auch sein mag. Und nicht für alles gibt es Studien. Auch die Maßnahmen die gegen Ansteckung getroffen wurden sind nicht immer einheitlich und nachvollziehbar.

Hygienevorschriften im Arbeitsleben zu ändern ist langwieriger als Aktivitäten im Privatleben beschränken zu lassen. Wir gehen aber davon aus, dass spätestens mit Beginn der Maskenpflicht das Personal Anordnung bekommt sensibler mit Waren umzugehen.

Als eingetragener Verein liegt es uns leider nicht in unserer Macht kurzfristig Gesetzesänderungen zu bewirken. Wir können uns nur auf die Zahlen und Studien verlassen und diese weitergeben, die es bislang gibt.


Müller ines, am 19.06.2020, 17:17
Ich finde das was ulli von sich gibt zum totlachen. In früheren Jahren wären die leute froh gewesen brot zubekommen. Heute wird nur gemeckert und gemotzt weil verkäuferin keine handschuhe trägt. Mach doch mal den job mal gucken wenn du den ganzen tag in Handschuhen steckst was deine Hände nach zwei Monaten sagen. Ich glaube ihr kommt alle mit euch selbst nicht klar. Das solltet ihr alle einmal überlegen als nur zu meckern.


Lumido, am 12.07.2020, 10:31
Antwort auf den Beitrag von Müller ines 19.06.2020, 17:17
Viele hier sind echt dumm....NATÜRLICH bringt ein Handschuh nichts wenn ich mit dem auch das Geld anfasse. Hier wird ein Problem hochgezogen das eigentlich keins ist...Es gibt Zangen mit denen ich die Ware anfassen kann und es gibt Handschuhe in die man so reingreifen kann um die Ware anzufassen. Also wo ist das Problem???


C. K, am 24.03.2020, 08:09
Besser laecherlich in manchen Augen als eklich sein


G.Bi., am 06.07.2020, 17:34
Ich bat eine Verkäuferin mal, mir einen neuen Deckel für den KaffeeToGoBecher zu geben, da sie den ersten während des Befüllens des Bechers in ihren Händen hielt und drehte. Von diesem Deckel wollte ich nicht mehr trinken. Leider erntete ich Unverständnis.

Einer anderen Verkäuferin sagte ich, dass ich das Stück Kuchen, das sie mit der Hand auf meinen Teller legte, nicht nehmen möchte.


Edwin Glück, am 19.10.2019, 14:51
Große Bäckerketten und Bäckereien in der Stadt tragen Handschuhe.

Auf dem Dorf dauert es noch bis auch diese Läden Handschuhe benutzen.

Zur gleichen Zeit Geld und Lebenmittel anfassen ist gefährlich.

 

Redaktion:
Wie oben im Text beschrieben, bieten Einmalhandschuhe aus hygienischer Sicht keine Vorteile. Aus unserer Sicht wären beispielsweise Zangen eine gute Alternative.


Irene hach, am 06.05.2020, 12:14
Eine Hand für Ware. Die andere für's Geld. So haben wir's immer schon gemacht.es gib einige Geschäfte die das auch machen.


Markus Fischer, am 15.02.2020, 10:29
Nein, auch der Stadt setzt sich der Trend bei den Bäckern durch, Backwaren mit den Händen anzufassen und dann abzukassieren. Zur Begründung legt man Flyer aus oder bekommt die auf Anfrage vorgelegt.

Ich habe da trotzdem ein Störgefühl.

Studie hin oder her.

Wer kontrolliert schon den Verkäufer, ob er seine Hände über den Tag hinweg keimfrei hält.


Sven Bucher, am 18.10.2019, 13:18
Aus meiner Erfahrung im Labor kann ich Ihnen bestätigen, dass nach einigen Minuten das Tragen von Einmalhandschuhen keinen Vorteil mehr bieten kann. Ich denke eher, dass in einer Bäckerei die Backware im besten Fall mit einer Zange oder ähnliches in die Tüte gepackt werden sollte. Entsprechend ist seine Bäckerei auszuwählen. Vielen Dank für diesen Beitrag!


Thomas, am 13.02.2019, 17:19
Mir sind solche Fälle schon auch mehrmals aufgefallen. Das finde ich genauso unhygienisch. Wenn ich sowas das nächste Mal beim Einkauf beobachten werde, werde ich dies der amtlichen Lebensmittelüberwachung melden. Ich bin doch mäkelige Person.


Marion, am 18.11.2019, 08:00
Na, wenn Du das Problem schon erfasst hast, würde ich an Deiner Stelle mal dran arbeiten und einfach nicht mehr mäkelig sein. Zumal ja nun geklärt ist, dass es kein Hygieneproblem ist, Geld und Lebensmittel anzufassen. Man macht sich schnell lächerlich und unbeliebt, wenn man überall herumnörgelt.


catherine groß, am 12.04.2020, 19:21
Antwort auf den Beitrag von Marion 18.11.2019, 08:00
An Marion!


Sie sollten auch mal auf die Hygiene achten!!!!

Man muß den Mitarbeitern im Markt, beim Bäcker und Metzger und sonstiges Bescheid stoßen und denen folgendes stecken:

Die Ware 1.) nur mit gründlich gewaschenen Händen (mindestens 3 Mal) mit Spenderseife !! und Einweghandtüchern !! dann 2.) desinfizieren und 3.) Einweghandschuhe anziehen und 4.) eine neue Zange nehmen !!!in die Tüte stecken!

Außerdem muß ein separater getrennter Mitarbeiter kassieren, der sich nur um die Kasse kümmert! Die anderen dürfen nicht kassieren!!!

Verstanden?? Und dies weitersagen !!!!!!!!!

 

Redaktion:
Die richtige Handhygiene ist ein wichtiger Aspekt, um die Übertragung des Corona-Virus zu vermeiden. Dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sind jedoch bisher noch keine Infektionen bekannt, bei denen über Bargeld die Viren übertragen wurden. Kann das neuartige Coronavirus über Lebensmittel und Gegenstände übertragen werden?

Über Vorgaben, dass nur ein Mitarbeiter kassieren darf, ist uns nichts bekannt.


Manfred Mühlbauer , am 23.04.2020, 12:14
Antwort auf den Beitrag von catherine groß 12.04.2020, 19:21
Man kann es mit der Hygienehysterie auch übertreiben!

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Hallo,

ist es akzeptabel, wenn sich eine Verkäuferin - hinter der Verkaufstheke - erst den Pferdeschwanz neu bindet und dann (ohne sich die Hände zu waschen) Backwaren mit bloßen Händen anfasst und verpackt? (Heute in der Backwarenabteilung eines Ladens erlebt.) Ich war zu perplex, um etwas zu sagen. 

Soll ich das ansprechen bzw. wie weiter vorgehen? 

VG und danke im Voraus! 

Anmerkung der Redaktion:

Unverpackte verzehrsfertige Lebensmittel wie Backwaren sollten so wenig wie möglich mit der bloßen Hand angefasst werden. Es ist bei der Handhabung dieser Waren generell auf eine sehr gute Hygiene zu achten. Backwaren können zum Beispiel gut mit Hilfsmitteln wie Papier, Tüte oder Zange herausgegriffen und verpackt werden. Darüber hinaus ist beim Umgang mit derartigen Lebensmitteln eine sorgsame und regelmäßige Reinigung der Hände und eine gute Personalhygiene das A und O.
Am besten wäre es, wenn Sie die Verkäuferin direkt ansprechen, wenn Sie das Gefühl eines nicht guten hygienischen Umgangs mit den Waren haben. Besteht der Verdacht auf generell unhygienische Zustände im Betrieb, die sich auch nach einem Ansprechen des Personals nicht bessern, kann die örtliche Lebensmittelüberwachung informiert werden. Die Behörde kann dann Kontrollen vor Ort durchführen.