Kann ich Waldpilze mittlerweile wieder bedenkenlos essen?

Stand: 19. Januar 2026

Kann ich Waldpilze inzwischen bedenkenlos essen oder gibt es noch Strahlenbelastungen durch Tschernobyl?

Wild wachsende Speisepilze können je nach Art und Standort unterschiedlich stark mit Cäsium-137 belastet sein. Zu den Pilzen, die das zuständige Bundesamt für Strahlenschutz zuletzt (2020-2022) untersucht hat und die über dem Grenzwert belastet waren, gehören:

  • Semmelstoppelpilze,
  • Rotbraune Semmelstoppelpilze,
  • verschiedene Schnecklingsarten (Elfenbeinschnecklinge, Lärchen-Schnecklinge und Trockene Schnecklinge),
  • Gelbstielige Trompetenpfifferlinge,
  • Gemeine Rotfußröhrlinge,
  • Maronenröhrlinge,
  • Mohrenkopfmilchlinge,
  • Ockertäublinge,
  • Rotbraune Scheidenstreiflinge,
  • Seidige Ritterlinge,
  • Dickblättriger Schwarztäubling,
  • Blassblauer Rötelritterling

Die vollständigen Ergebnisse der letzten Jahre finden Sie hier. Die zuständige Behörde bestätigt darin, dass ein maßvoller Konsum selbstgesammelter Pilze in allen Teilen Deutschlands unbedenklich ist.

Für die Strahlenbelastung ist neben der Pilzart der Standort und die verzehrte Menge an Pilzen entscheidend. Wer die eigene, zusätzliche Strahlenbelastung geringhalten möchte, sollte auf den Verzehr potenziell stark belasteter Pilze aus den besonders betroffenen Gebieten verzichten. Zu den vom Tschernobyl-Fallout am stärksten belasteten Gegenden gehören insbesondere Südbayern, der Bayerische Wald, das Donaumoos (Ingolstadt), die Region Mittenwald, Berchtesgadener Land aber auch Teile von Oberschwaben. In Sachsen-Anhalt ist das Havelland am stärksten belastet.

Cäsium-Messungen des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt im Bereich um Schollene ergaben bei Maronen einen Wert von 591 Becquerel pro Kilogramm im Jahr 2021. Zum Vergleich 2010 waren es 1741 Becquerel pro Kilogramm Maronen. Auch wenn die Messungen nicht flächendeckend sind, steht einem Verzehr selbst gesammelter Pilze aus Mitteldeutschland - zumindest aus radiologischer Sicht - nichts entgegen, insbesondere wenn sie in üblichen  Mengen verzehrt werden. Wenn Sie Ihre persönliche Strahlendosis verringern möchten, raten wir vom Verzehr selbst gesammelter Pilze (und übrigens auch selbst erlegtem Wildes) aus den höher belasteten Gebieten Deutschlands ab. Wer nicht auf den Verzehr der eigenen Pilzausbeute verzichten möchte, kann sich beim Sammeln die folgenden Pilzsorten konzentrieren. Diese wiesen selbst an den am stärksten betroffenen Gebieten, nur sehr geringe Belastungen auf.

  • Braunschuppiger Riesenchampignon
  • Dunkelfaseriger Champignon
  • Hasenröhrling
  • Judasohr
  • Riesenspornling

Für weitere Informationen zu diesem Thema empfehlen wir Ihnen die folgende Seite der Verbraucherzentrale:

Fukushima, Tschernobyl und die Folgen für unsere Lebensmittel

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