Ist Carrageen gesund oder schädlich für Darm und Gesundheit?
Ob Carrageen gesundheitsschädlich ist, ist wissenschaftlich bisher nicht eindeutig geklärt. Diskutiert werden mögliche negative Effekte auf Darm und Entzündungen. Für Säuglinge und Allergiker kann Carrageen problematisch sein. Rotalgen enthalten zudem teils sehr viel Jod und Schwermetalle.

Wissenschaftlich ist bisher nicht geklärt, ob Carrageen als Zusatzstoff für den Menschen tatsächlich gesundheitsschädlich ist. Für Allergiker kann er ein Problem darstellen, in Säuglingsnahrung sollte er nicht verwendet werden. Mehr dazu finden Sie hier.
Es wird aktuell diskutiert, ob erhöhter Carrageenverzehr die Barrierefunktion des Darms negativ beeinflusst und Entzündungsreaktionen verstärkt (Studie). In Bezug auf Krebs gibt es Hinweise, dass Carrageen die Entstehung von Krebs fördern aber auch hemmen kann und so in der Krebstherapie eingesetzt werden könnte (Studie). Es bedarf weiterer Studien, um Aussagen über die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen von Carrageen machen zu können.
Carrageen ist ein Mehrfachzucker (langkettiges Polysaccharid), der aus Rotalgen gewonnen wird. Durch Waschen mit heißem Wasser und anschließendem Kochen in Lauge lässt sich das Polysaccharid aus den Algenzellen isolieren. Die gesundheitliche Wirkung ist also nicht mehr mit den frischen oder getrockneten Algen vergleichbar.
Für die Erzeugung von Carrageen werden die Algen heute überwiegend in Indonesien gezüchtet. Die europäischen Produktionsmengen sind vergleichsweise gering, Produzenten hier sind Frankreich, Irland, Großbritannien und Norwegen. In Deutschland gibt es seit einigen Jahren auch eine Rot- und Braunalgenzucht auf Sylt. Dort werden die Algen schon nach 3–4 Monaten geerntet, sodass der Jodgehalt geringer ist als in häufig aus Asien importierten Produkten.
Rotalgen zählen zu den Makroalgen und sind, wie auch andere Algen bei Rohköstern oder Veganern als "Supergreens" sehr beliebt. Sie enthalten in der Regel höhere Mengen an Omega-3-Fettsäuren, Mineralstoffe (vor allem Jod) und Ballaststoffen. Allerdings sind die Inhaltstoffe nicht nur je nach Art sehr unterschiedlich, sondern es können auch innerhalb einer Art sehr große Schwankungen auftreten. Diese sind abhängig von der Saison bzw. Erntezeit, dem Anbaugebiet und dem Verarbeitungsprozess.
Die Forschung steckt, was die positive gesundheitliche Wirkung von Algen angeht, allerdings noch am Anfang.
Sicher ist, dass (Rot)algen teilweise einen extrem hohen Jodgehalt aufweisen, zudem sind sie häufig mit Schwermetallen wie Blei, Cadmium, Aluminium und Arsen belastet. Aus diesem Grund raten wir beim Konsum von Rotalgen zur Vorsicht. Ein plötzliches Jod-Überangebot kann zum Gesundheitsrisiko werden. Menschen mit Schilddrüsenerkrankungen sollten auf den Verzehr von Meeresalgen ganz verzichten. Alle anderen sollten nur solche Meeresalgenprodukte kaufen, die eindeutige Angaben zum Jodgehalt und zur maximalen Verzehrmenge enthalten. Die Schwermetallbelastung kann über einen längeren Zeitraum aufgenommen Herz-Kreislauf-, Nieren- oder Knochenerkrankungen fördern.
Mehr dazu finden Sie hier in unserem Artikel "Oft zu viel Jod in Meeresalgen-Produkten".
Leider gibt es für Algen(-produkte) in Deutschland bislang keine staatlich zugelassenen Höchstmengen an gesundheitsschädlichen Stoffen. Frankreich hingegen hat Grenzen vorgegeben, die durch auf dem Markt zugelassene Produkte nicht überschritten werden dürfen.
Alternative pflanzliche Gelier- oder Bindemittel sind beispielsweise Xanthan (E 415), Guarkernmehl (E 412) oder Johannisbrotkernmehl (E 410). Vor allem die beiden letztgenannten stammen jedoch auch nicht aus Deutschland und können in Einzelfällen Allergien auslösen.
Xanthan wird mit Hilfe von Bakterien aus zuckerhaltigen Substraten gewonnen. Wenn Sie Xanthan im Bioladen erwerben ist die Verwendung von gentechnisch veränderten Mikroorganismen ausgeschlossen.
Zum Weiterlesen:
Marktcheck essbare Algen: Nährstoffquelle mit potenziellem Gesundheitsrisiko

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