Allergiker brauchen Klarheit: Aus welcher Quelle stammen Stärke und Glucosesirup?
Stärke: Wird Weizen verwendet, muss dies gekennzeichnet werden, z. B. „modifizierte Stärke (Weizen)“. Steht nur „modifizierte Stärke“, stammt sie nicht aus Weizen.
Glukosesirup: Gilt unabhängig vom Rohstoff als allergologisch unbedenklich und muss daher nicht als Weizen gekennzeichnet werden.
Zu Ihrer ersten Frage: Stärke – auch modifizierte Stärke – kann aus verschiedenen Rohstoffen hergestellt werden, beispielsweise aus Kartoffeln, Mais, Reis oder Weizen. Modifizierte Stärke aus Weizen muss entsprechend der Allergenkennzeichnung gekennzeichnet werden, zum Beispiel als „modifizierte Stärke (Weizen)“.
Chemisch gesehen unterscheidet sich modifizierte Stärke kaum voneinander, egal aus welchem Rohstoff sie gewonnen wurde. Dennoch lässt sich bei Stärke aus Weizen nicht ausschließen, dass sie geringe Mengen Gluten oder andere Weizenbestandteile enthält. Daher muss generell bei Stärke, die aus glutenhaltigem Getreide gewonnen wurde, die Allergenkennzeichnung wie oben beschrieben erfolgen.
Steht im Zutatenverzeichnis hingegen nur „modifizierte Stärke“ ohne die Nennung einer Getreideart, können Sie davon ausgehen, dass die Zutat nicht aus Weizen stammt.
Zu Ihrer zweiten Frage: Glukosesirup muss nicht als Allergen gekennzeichnet und hervorgehoben werden. Er ist für Menschen mit Unverträglichkeiten unproblematisch.
Die EU-Lebensmittelinformationsverordnung schreibt vor, dass alle Erzeugnisse aus Weizen entsprechend benannt werden müssen. Ausnahmen gibt es nur für Glukosesirup, Dextrose und Maltodextrin auf Weizen- oder Gerstenbasis. Der Arbeitskreis Lebensmittelchemischer Sachverständiger (ALS) hat in einer Stellungnahme klargestellt, dass dies auch für Fruktose-Glukose-Sirup und Glukose-Fruktose-Sirup gilt.
Hintergrund ist, dass Glukosesirup eine gereinigte Lösung ist und aufgrund der Verarbeitung kein allergenes Potenzial mehr besitzt. Glukosesirup enthält somit generell kein Gluten, egal aus welchem Getreide er hergestellt wird. Zöliakie-Betroffene und Weizen-Allergiker können ihn problemlos verzehren, auch wenn der ursprüngliche Rohstoff Weizen war.

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