Warum ist Chinin in Getränken für manche Menschen schädlich?

Stand: 02. Mai 2025

Von Chinin sind verschiedene Nebenwirkungen bekannt, wie Übelkeit, Kopfschmerzen, Tinnitus, Sehstörungen oder Herzrhythmusstörungen. Laut der EFSA sind solche nachteiligen Effekte bei empfindlichen Personen auch durch den Konsum chininhaltiger Getränke aufgetreten.

Chinin ist ein Bitterstoff, der Spirituosen und Erfrischungsgetränken zugesetzt werden darf. Manche Personengruppen, beispielsweise Schwangere oder Menschen mit Tinnitus oder Anämie, sollten chininhaltige Getränke meiden.

Chinin ist ein Alkaloid, dass natürlicherweise in der Rinde des südamerikanischen Chinarindenbaums vorkommt. Isoliert handelt es sich um ein weißes, kristallines Pulver mit sehr bitterem Geschmack.

Als Aromastoff dürfen Hersteller es Getränken bis zu einer Menge von 100 Milligramm pro Liter zusetzen. Für Spirituosen sind bis zu 250 Milligramm je Liter erlaubt. Üblicherweise werden diese Höchstwerte jedoch nicht ausgeschöpft. So enthält "Tonic Water", das alkoholfreie Erfrischungsgetränk mit den höchsten Chiningehalten, im Mittel etwa 71 Milligramm Chinin pro Liter. Für "Bitter-Lemon" liegen die Werte im Mittel bei 34 Milligramm Chinin pro Liter.

In höheren Dosen dient Chinin zur Behandlung von Malaria. Aus dieser Anwendung sind verschiedene Nebenwirkungen bekannt, wie beispielsweise Übelkeit, Kopfschmerzen, Tinnitus, Sehstörungen oder Herzrhythmusstörungen. Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sind solche nachteiligen Effekte bei empfindlichen Personen auch durch den Konsum chininhaltiger Getränke aufgetreten. Die Behörde kommt daher zu dem Schluss, dass die Aufnahme großer Mengen gesundheitliche Auswirkungen haben kann. Als große Menge gilt beispielsweise mehr als ein Liter eines Erfrischungsgetränks, das die maximal zulässige Chininmenge enthält.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) benennt verschiedene Risikogruppen und rät diesen vom Verzehr chininhaltiger Getränke ab. Dazu gehören Schwangere, da Schädigungen des Fötus nicht ausgeschlossen sind, außerdem Menschen mit Tinnitus, hämolytischer Anämie (Blutarmut), Muskelschwäche oder Schädigungen des Sehnervs. Bei Herzrhythmusstörungen oder der Einnahme von Medikamenten, wie Blutgerinnungs-Hemmern, sollte der Verzehr von chininhaltigen Getränken mit dem Arzt abgesprochen werden, da Wechselwirkungen mit Chinin auftreten können.


 

Hersteller müssen Chinin im Zutatenverzeichnis mit "Aroma Chinin" kennzeichnen. Wenn keine Zutatenliste notwendig ist, zum Beispiel beim Ausschank in Gaststätten oder bei Getränkestationen zur Selbstbedienung, ist dennoch auf die Chinin-Zugabe (übliche Formulierung: "chininhaltig") hinzuweisen.

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