Schimmel auf Holunderblütensirup
Bei meinem selbstgemachten Holunderblütensirup bildete sich nach vier Tagen Schimmel auf der Oberfläche. Genügt es, den Sirup nochmals aufzukochen, oder soll ich alles wegschütten?

Sollte es sich tatsächlich um Schimmel handeln, müssen wir Ihnen leider empfehlen, den Sirup wegzuschütten.
Allein am Aussehen lässt sich nicht erkennen, welche Art von Schimmelpilzen auf dem Sirup wächst. Es besteht die Möglichkeit, dass der Schimmel Giftstoffe gebildet hat, die auch durch die Hitzeeinwirkung beim Kochen nicht zerstört werden. Solche hitzestabilen Toxine können z.B. leberschädigend wirken.
In einem flüssigen Lebensmittel wie Sirup besteht zudem die Gefahr, dass sich etwaige Giftstoffe schon weiter ausgebreitet haben. Es ist also auch nicht ausreichend, wenn Sie den Schimmel mit einem Löffel von der Oberfläche entfernen.
Manchmal bilden sich aber auch Schlieren, die den Sirup etwas trüben. Der Grund dafür sind mitverarbeitete Blütenpollen. Sie bilden Ablagerungen, das sogenannte Sediment. Auch weitere natürliche Bestandteile wie Pektin aus zugefügten Zitronen oder Orangen fördern die Entstehung von Bodensatz. Die Sedimente sind unschädlich und können mitgetrunken werden.
Industriell hergestellter Holunderblütensirup bleibt meist klar. Er wird mit besonders feinen Filtern und manchmal mit Hilfsmitteln wie Gelatine oder Pektin geklärt. Diese Stoffe sind anschließend nicht mehr im Produkt enthalten.
Wer Sirup selbst herstellt sollte darauf achten, dass die Flaschen ausreichend sterilisiert, die Flüssigkeit heiß abgefüllt und der Deckel fest verschlossen wird. Das so entstehende Vakuum verhindert die Bildung von Schimmelpilzen.

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