Wie viel "Wald" steck im Waldhonig?

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Wie viel "Wald" muss ein Waldhonig enthalten, damit er so genannt werden darf? Woher weiß die Biene, dass sie dafür in den Wald fliegen muss?

Honig mit Löffel
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Bei Honig wird zwischen Blütenhonig und Honigtauhonig unterschieden.

Der Blütenhonig stammt überwiegend aus Blütennektar.

Beim Honigtauhonig, auch oft als Waldhonig bezeichnet, sammeln die Bienen Honigtau, der von Pflanzenläusen wie Schild- oder Blattläusen ausgeschieden wird. Diese an Pflanzen saugenden Tiere entziehen dem Pflanzensaft Nährstoffe und scheiden den Rest, den sie nicht benötigen als klebrigen, zuckerhaltigen Honigtau wieder aus. Da Honigtau vor allem an Waldbäumen (Fichten, Tannen, Eichen) zu finden ist, kam es zu der Bezeichnung Waldhonig.

Laut Honigverordnung muss Honigtauhonig vollständig oder überwiegend aus Honigtau gewonnen sein. Weiter wird in dieser Verordnung Blütenhonig und Honigtauhonig nach dem Fruktose- und Glukosegehalt und nach der elektrischen Leitfähigkeit unterschieden. Honigtauhonig hat einen geringeren Gehalt an Fruktose und Glukose und eine höhere elektrische Leitfähigkeit. Zudem hat Waldhonig meist eine dunkle Farbe und ein kräftiges, leicht-herbes Aroma.

Bienen sammeln den Blütennektar und Honigtau, der sich in ihrem Flugradius befindet. Möchte also ein Imker einen Waldhonig, so stellt er seine Bienenvölker in Waldnähe auf, damit diese möglichst viel Honigtau sammeln.

Solange das Angebot für die Bienen groß genug ist bleiben sie der jeweiligen Pflanzenart treu (= Blüten- bzw. Artenstetigkeit), d.h. sie wechseln nicht zwischen den unterschiedlichen Trachtangeboten hin- und her. Auf diese Weise kommt es zu den Sortenhonigen.

ältere Nutzer-Kommentare aus dem Jahr 2020 und davor

Reinhard Lembser, am 26.05.2016, 16:35
Sehr geehrte Damen und Herren,ist der Waldhonig genauso vitaminreich wie der Blütenhonig? Wird der Waldhonig manchmal gemischt mit Blütenhonig? Denn bei längerer Lagerug im Glas erlebe ich es immer wieder,daß ein dunkler klarer Honig oben im Glas "schwimmt" und nicht kristallisiert ist wie der untere Teil. -- was ist hier passiert? Mit freunlichen Grüßen

 

Redaktion:
Die Analyse der Vitamine steht bei Honigen nicht im Fokus, da diese eh nur in sehr geringen Mengen vorhanden sind und kein Qualitätsmerkmal darstellen. Daher liegen uns für die Menge an Vitaminen auch keine validen Daten vor. Bei einer professionellen Analyse gibt die Zusammensetzung und der Gehalt an Zuckern Auskunft über die Qualität und die Trachtquelle. Auch weitere Inhaltsstoffe, wie Enzyme, Aminosäuren, organische Säuren und Mineralstoffe werden untersucht.

Waldhonig hat im Vergleich zu Blütenhonig eine höhere elektrische Leitfähigkeit. Das bedeutet, dass sich darin mehr Mineralstoffe und Spurenelemente befinden.

Viele Honige neigen aufgrund des hohen Glukosegehaltes zum Auskristallieren. Durch regelmäßiges Rühren wird diese Kristallisation positiv beeinflusst, so dass der Honig eine fein-cremige Konsistenz bekommt.

Wurde der Honig durch den Imker nicht bis zur absoluten Homogenität gerührt, kann es nach einiger Zeit zur sogenannten Phasenbildung kommen. Der Honig trennt sich auf. Ist ausreichend gerührt worden oder handelt es sich um flüssigen Honig, können vor allem zu hohe Lagertemperaturen für das Entmischen verantwortlich sein.

Bei der Phasentrennung passiert folgendes: die großen Zuckerkristalle, die z.B. durch zu wenig Rühren entstehen, sinken nach unten und flüssige Bestandteile (Fruktose und Wasser) steigen auf. Der Wassergehalt in der oberen Schicht ist also höher, als beim komplett durchmischten Honig. Dadurch steigt die Gärungsgefahr. Dieser Prozess läuft umso schneller ab, je höher die Umgebungstemperatur ist.

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