Leitungswasser in München

Stand:

Ist es richtig, dass man in München bedenkenlos Leitungswasser trinken kann? Ist es auch möglich, fast ausschließlich dies zu trinken? Ich habe Bedenken, weil das Wasser zunächst meist sehr trüb aus der Leitung kommt, was nach kurzer Zeit weg ist (das geht im Glas von unten nach oben).

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Das Münchener Trinkwasser stammt aus streng geschützten Einzugsgebieten in den Alpen. Es durchläuft verschiedene Bodenschichten und nimmt dabei auf natürlichem Wege Mineralien auf.

Das trägt dazu bei, dass das Münchener Leitungswasser eines der besten in ganz Deutschland ist. Aufgrund seiner hohen Qualität ist es auch für die Zubereitung von Kinder- und Säuglingsnahrung geeignet.

Aus diesem Grund können Sie das Leitungswasser ohne Bedenken auch ausschließlich verwenden.

Bei dem von Ihnen beschriebenen "trüben" Wasser handelt es sich vermutlich um winzige Luftbläschen, die nach dem Einlaufen des Wassers in das Glas an die Oberfläche steigen. Diese werden durch den sogenannten Perlator verursacht, der am Auslauf des Wasserhahnes befestigt ist und durch den die Art des Wasserstrahls maßgeblich beeinflusst wird. Da alle Wasserhähne unterschiedliche Perlatoren haben kann es sein, dass Sie dieses Phänomen nicht überall finden.

Hier zwei Tipps, wie Sie die Qualität des Trinkwassers noch verbessern können:

  • Wasser, das länger als 4 Stunden in der Leitung gestanden hat, das sogenannte Stagnationswasser, sollte großzügig ablaufen. Darin können sich kleine Metallteilchen aus den Leitungen gelöst haben. Sobald sich das Wasser gleichmäßig kalt anfühlt, können Sie es verwenden.
  • Der Perlator sollte regelmäßig in Essigessenz oder Zitronensäure gereinigt werden. Darin bleiben oft Rostpartikel und Kalk hängen und das feuchte Milieu begünstigt zudem das Wachstum für Keime.

Der Wasserversorger ist jedoch nur bis zum Hausanschluss für die Wasserqualität verantwortlich.

Was bei Ihnen im Haus, in Rohrleitungen, den Wasserboilern, den Armaturen, etc. passiert, ist ausschließlich Privatsache.

Sollten Sie Bedenken haben, dass Ihr Wasser vom Hausanschluss bis zu Ihnen an Qualität verliert, würden wir Ihnen eine professionelle Wasseranalyse empfehlen. Eine Liste der Bayerischen Trinkwasseruntersuchungsstellen finden Sie hier.

ältere Nutzer-Kommentare aus dem Jahr 2020 und davor

Elisa Müller , am 20.05.2020, 11:16
Von wem, bzw wie

kann ich selber unser Haus-Wasser solide

und genau testen lassen?

auf Schadstoffe,wie Blei zB

aber auch Chlor ?

MfG Elisa Müller

 

Redaktion:
Zertifizierte Trinkwasseruntersuchungsstellen in Bayern finden Sie am Ende unseres Artikels.


Andi, am 03.05.2020, 21:51
Können Sie mir bitte den Lithium Gehalt im Münchner Leitungswasser nennen? Hierzu ist leider nirgends etwas aufgeführt.

 

Redaktion:
Laut Trinkwasserverordnung zählt Lithium nicht zu den chemischen Elementen, auf die das Trinkwasser untersucht werden muss. Falls den Stadtwerken München keine Untersuchungswerte zu Lithium vorliegen, müssten Sie das Leitungswasser auf eigene Kosten in einem Lebensmittellabor untersuchen lassen. Die Preise sind bei jedem Labor unterschiedlich, so dass Sie diese vorab nachfragen sollten. Eine Liste mit Laboren finden Sie beispielsweise hier: https://www.stmuv.bayern.de/themen/lebensmittel/allg_lebensmittel/sachverstaendige/liste.htm


Vera, am 22.11.2019, 09:39
Ich lebe seit September in München Freimann und stelle jeden Tag fest, dass das Trinkwasser aus der Leitung nach „Kuhdunk“ schmeckt. Es riecht nicht, aber man schmeckt es . Ich kann es oft nicht trinken. Woran kann das liegen und kann ich es in großen Mengen ( ca.4 Liter pro Tag) unabgekocht konsumieren ohne gesundheitliche Probleme dadurch zu bekommen?

Vielen Dank

Vera

 

Redaktion:
Trinkwasser sollte keinen unüblichen Geruch oder Geschmack aufweisen. Was die Ursache dafür ist und ob dies unbedenklich ist, können wir leider nicht beurteilen. Sie haben die Möglichkeit, die Geschmacksveränderung Ihrem Wasserversorger mitzuteilen. Dieser ist für die Wasserqualität aber nur bis zum Hausanschluss verantwortlich. Liegt es an den Anschlüssen im Haus, dann wäre der Hauseigentümer in der Pflicht, die Ursache zu finden. Unter Umständen gibt eine Trinkwasseranalyse (auf eigene Kosten) Aufschluss.

Wenn Sie eine Trinkwasseruntersuchung in Betracht ziehen, sollten Sie wissen, dass im Falle von Grenzwertüberschreitungen die Ergebnisse offiziell nur anerkannt werden, wenn sowohl die Probenahme als auch die Laborarbeiten von einer entsprechend zertifizierten Firma durchgeführt wurden (laut § 15 TrinkwV).

Zertifizierte Trinkwasseruntersuchungsstellen in Bayern finden Sie oben am Ende unseres Beitrages.

Als letztes bleibt Ihnen, das für Trinkwasser zuständige Gesundheitsamt zu informieren.


Marine, am 17.08.2018, 20:37
Was geschieht mit dem in München geklärten Wasser?

Laut obiger Aussage, das Wasser stamme aus dem Mangfalltal, dem Loisachtal und bei Bedarf auch aus der südlichen Münchener Schotterebene, wird das geklärte Wasser dem Wasserkreislauf nicht mehr zugeführt. Daher: Was geschieht mit diesem?


Beste Grüße


Marine

 

Redaktion:
Beide Münchner Klärwerke liegen nördlich der Stadt. Das geklärte Wasser wird der Isar zugeführt.


Tine, am 11.05.2018, 15:52
Guten Tag, ich habe eine Frage:

Wir leben in der Münchner Innenstadt in einer Altbauwohnung zur Miete. Unser heißes Wasser wird durch eine Gastherme ohne Speicherkessel erwärmt. Vor 2 Monaten wurde unsere Heisswasserringleitung mit Ameisensäure durchgespült, da aus der Mischbatterie der Badewanne/ Dusche aufgrund von totaler Verkalkung und einem stark geknickten Rohr in der Heißwasserleitung überhaupt kein Wasser mehr durchkam.

Nun kommt seit dieser Zeit bei allen Wasserhähnen (Küche, Waschbecken Bad, Dusche/ Badewanne) für mind. die ersten 30 Sekunden rostiges Wasser (in Farbe, Geruch und Geschmack), wenn man den Einhebelmischer nicht komplett auf kalt gedreht hat. Die ausführende Firma der Ringleitungsentkalkung meinte, dieser Zustand dauert noch einige Zeit, bis sich im Inneren der Leitung wieder eine Schutzschicht aus Kalk über den Rost gelegt hätte. Unser Vermieter (die Stadt München) reagiert nicht auf unsere Nachfrage, den Zustand zu beheben, dies sei scheinbar in Kauf zu nehmen. Da wir drei Kinder haben, ist es ziemlich schwierig, immer darauf zu achten, dass der Wasserhahn ganz auf kalt gestellt ist, wenn sie sich selbst ihre Trinkflaschen füllen oder z. B. die Zähne putzen. In der Küche muss ich das warme Wasser vorsichtshalber immer ca. 1 Minute vor Gebrauch laufen lassen, da man im silbernen Edelstahlwaschbecken nicht erkennen kann, wann es nicht mehr rostig sondern klar aus der Leitung kommt.

Empfehlen Sie eine Wasserentnahme durch einen Fachmann um sich beim Vermieter zu beschweren, oder können wir dies selbst machen?

Danke für eine baldige Antwort

 

Redaktion:
Das Referat für Gesundheit und Umwelt wäre zuständig für Beschwerden zur Wasserqualität, falls der Vermieter uneinsichtig ist. Es kann Untersuchungen nur akzeptieren, wenn sowohl die Probenahme als auch die Laborarbeiten von einer entsprechend zertifizierten Firma durchgeführt wurden (§ 15 TrinkwV). Daher können Sie die Entnahme des Wassers nicht selber machen. Eine Auflistung von zugelassenen Laborbetrieben in Bayern finden Sie verlinkt oben im Text.

Laut Trinkwasserverordnung ist der Inhaber einer Hausinstallation verpflichtet, das Wasser untersuchen zu lassen, sofern das Trinkwasser nicht von einwandfreier Beschaffenheit ist. Dies ist dann der Fall, wenn selbst nach längerem Ablaufen lassen das Wasser braun verfärbt ist. Da das Wasser sich bei Ihnen nach gewisser Ablaufzeit normalisiert sieht der Inhaber vermutlich keinen Grund für eine Untersuchung.

Rosthaltiges Wasser stellt glücklicherweise keine Gesundheitsgefährdung dar. Sollten Sie eine Analyse in Erwägung ziehen besprechen Sie am besten mit dem Labor welche Parameter für die Untersuchung bei Ihnen sinnvoll wären.


David, am 25.07.2017, 16:33
Die Aussage das Münchner Leitungswasser, sei ohne Bedenken zu verwenden finde ich problematisch. Denn wie auch erwähnt, gilt die Qualität nur bis zum Hausanschluss als gesichert. Daher habe ich mich entschlossen mein Leitungswasser testen zu lassen.

Dafür habe ich mir einen Wassertest online bestellt und durchs IVARIO-Labor auswerten lassen.

 

Redaktion:
Im Falle von Grenzwertüberschreitungen ist es wichtig zu wissen, dass die Ergebnisse offiziell nur anerkannt werden, wenn sowohl die Probenahme als auch die Laborarbeiten von einer entsprechend zertifizierten Firma durchgeführt wurden (laut § 15 TrinkwV). Ansonsten ist man in der Wahl seines Labors frei.


Celine, am 28.05.2017, 12:50
Guten Tag, woher kommt das Wasser, das aus den Pumpen und Wasserhähnen der Wasser-Spielplätze in München fließt? Ist das trinkbares Münchner Leitungswasser?

 

Redaktion:
Unseres Wissen nach handelt es sich um Münchner Leitungswasser.

Wenn aus solchen Wasserhähnen Wasser kommt, das nicht zum Trinken geeignet ist, muss dies mit einem Hinweis auf einem Schild gekennzeichnet werden.


Juliane Brendel, am 21.03.2017, 16:50
Gibt es eine vorgeschriebene Maximaltemperatur, die Warmwasser haben darf? Ich finde online nur die Mindesttemperatur von 60°C (Boilerausgang) und 50°C (Wohnung).

In unserem Mietshaus (München Giesing) kommt das Wasser nämlich so heiß aus den Leitungen, dass Verbrennungsgefahr herrscht.

 

Redaktion:
Da dieses Thema nicht in den Bereich Ernährung und Lebensmittel fällt, haben wir einen Energieberater in unserem Hause dazu befragt:

Nach der DIN EN 806-2, DIN 1988-200 und dem DVGW-Arbeitsblatt W 551 müssen zentrale Trinkwassererwärmer, -speicher- oder durchflusssysteme bzw. kombinierte Systeme (Speicherladesysteme) so geplant, gebaut und betrieben werden, dass am Austritt aus dem Trinkwassererwärmer die Warmwassertemperatur gleich oder größer 60 °C beträgt.

Aufgrund der geforderten hohen Temperatur an den Warmwasser-Zapfstellen muss der Schutz vor einer Verbrühung gewährleistet sein. Die DIN EN 806 Teil 2 fordert in öffentlichen Gebäuden allgemein eine Begrenzung der Auslauftemperatur auf 45 °C und für Gebäude mit besonderer Nutzung (Pflege- und Seniorenheimen, Kindergärten) werden 43 °C empfohlen. Für öffentliche WC- und Waschräume empfiehlt die VDI-Richtlinie 3818 eine Warmwassertemperatur an der Entnahmestelle von 40 °C. Der private Betreiber kann selber entscheiden, ob oder wie er einen Verbrühschutz an seinen Armaturen einsetzt.

Sie können also Ihren Mieter fragen, ob er einen Verbrühschutz anbringt. Wenn er nicht dazu bereit ist müssten Sie sich selber darum kümmern.


Paulina, am 21.01.2017, 20:45
Dürfen wir und unser Baby auch warmes Wasser aus der Leitung trinken? Wir wohnen in München.

 

Redaktion:
Warmes Wasser aus der Leitung zu trinken ist nicht unbedingt empfehlenswert.

Häufig hat sich warmes Wasser während der Zirkulation im Warmwassersystem länger in den Rohren aufgehalten. Je nach Leitungsmaterial können sich Stoffe aus den Leitungen lösen. Auch wenn die Mengen nur gering sind empfehlen wir für die Zubereitung von Lebensmitteln frisches Wasser aus dem Kaltwasserhahn zu verwenden.

Auch Boiler können aus hygienischer Sicht problematisch sein. Warmwasserspeicher müssen eine Temperatur von 60°C überschreiten, damit sich Legionellen nicht vermehren können.

Auf der folgenden Internetseite finden Sie Tipps zur Zubereitung von Säuglingsnahrung:

https://gesund-ins-leben.de/fuer-fachkraefte/handlungsempfehlungen/erstes-lebensjahr/zubereitung/


Hans Baumgartner, am 06.05.2016, 13:51
Ich muss sagen, dass mir die Ungewissheit über zu hohe Schadstoffwerte langsam reicht und ich mich für Gewissheit Bedenkenlosigkeit und eine Osmoseanlage entschieden habe.

Da ist man immer auf der sicheren Seite, egal wo du wohnst oder wie deine Wasserleitungen sind.

Empfehle ich wirklich! Die gibts im Internet teilweise echt günstig zu kaufen und lohnen sich!

liebe Grüße Hans


Michelle Fuchs, am 22.03.2016, 13:32
Stammt denn das ganze Wasser aus den Alpen oder kommt auch das geklärte Wasser wieder in die Leitungen?

 

Redaktion:
Das Münchner Leitungswasser stammt ausschließlich aus drei Regionen: dem Mangfalltal, dem Loisachtal und bei zwischenzeitlich höherem Bedarf auch aus der südlichen Münchner Schotterebene.


Volker Maria Arend, am 07.01.2016, 12:28
Meine Frage: wo in München (ich lebe derzeit Vaterstetten) kann angesichts der Nitratverseuchung noch Trinkwasser benutzt werden?

Danke Arend

 

Redaktion:
Die Nitratwerte Ihres Leitungswassers erfahren Sie bei Ihrem Wasserversorger. In der Regel sind die Werte im Münchener Umland unproblematisch.


Martin, am 29.07.2016, 09:37
Die aktuellen Wasser-Analysewerte der Stadtwerke München finden Sie hier: https://www.swm.de/dam/swm/dokumente/m-wasser/trinkwasser-analysewerte

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