Kartoffeln nach der Ernte behandelt

Stand:

Ich habe Kartoffeln gekauft und erst zu Hause den Aufdruck "nach der Ernte behandelt" auf der Verpackung entdeckt. Kann ich die Schale trotzdem mitessen?

Bunte Kartoffeln
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Wir empfehlen Ihnen, die Kartoffeln zu schälen.

Speisekartoffeln aus konventionellem Anbau dürfen nach der Ernte mit sogenannten Keimhemmern behandelt werden. Diese Substanzen verhindern, dass Kartoffeln auskeimen. Das am häufigsten verwendete Mittel war bisher Chlorpropham. Der Stoff steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Chlorpropham wird im Laufe der Lagerzeit abgebaut. Deshalb müssen die Erzeuger eine Wartezeit von einigen Wochen bis zur Vermarktung einhalten. Sein Einsatz muss mit "nach der Ernte behandelt" gekennzeichnet werden.

Inzwischen dürfen in der EU keine Pflanzenschutzmittel mehr bei Kartoffeln eingesetzt werden, die Chlorpropham enthalten. Stichtag für den letzten Einsatz war der 08.10.20. Aufgrund der Lagerbestände ist es möglich, dass im Herbst/Winter 2020/21 weiterhin Kartoffeln, die mit diesem Keimhemmer behandelt wurden, im Handel erhältlich sind.

Nach dem Verbot von Chlorpropham sind nun noch Ethylen, Grüne-Minze-Öl, Maleinsäurehydrazid und 1,4-Dimethylnaphthalin als Mittel zur Keimhemmung bei Kartoffeln zugelassen. Deren Anwendung muss aber nicht gekennzeichnet werden.

Der Hinweis "nach der Ernte behandelt" bedeutet also "behandelt mit Chlorpropham". Dieser Hinweis sollte demnach im Laufe des Jahres 2021 nicht mehr auf Kartoffelverpackungen zu lesen sein.

Wer auf behandelte Kartoffeln verzichten möchte oder gerne Kartoffeln mit Schale isst, sollte Bioware bevorzugen. Diese darf lediglich mit einem Extrakt aus Pfefferminzöl bearbeitet werden.

ältere Nutzer-Kommentare aus dem Jahr 2020 und davor

Georg Hausmann, am 16.10.2020, 17:30
Die Schrift "nach der Ernte behandelt" ist 1 mm groß. Die Schrift "Wega" der Kartoffelsorte ist 2,5 mm hoch. Durch Zufall habe ich die entdeckt und wollte wisse, was das bedeutet. Meist ist es etwas Seltsames. Danke für die ausführliche Berichterstattung. Jetzt weiss ich als Opa endlich, was man früher als "Kartoffel" so gegessen hat. Und was Qualität I gem. www.berliner-vereinbarungen.de enthält max. 4% andere Sorten bedeutet.


Johannes Borowski, am 19.08.2020, 10:46
Ich habe heute begonnen, Kartoffel aus dem Garten zu ernten. Schon beginnt das Dilemma: Ich besitze keinen Kellerraum, der kalt genug ist, um Diese ohne Keimgefahr länger zu lagern. Keimstopp ist giftig, gekeimte Kartoffeln auch. Wenn ich damit meinen Lebensunterhalt begleichen müsste - also mit der Lagerung und dem Verkauf - wäre die baldige Pleite vorprogrammiert. Bleibt also nur ein großer Kühlraum, dadurch würden die Kartoffeln aber so teuer, dass sie keiner mehr kaufen würde.

Wer hat einen Vorschlag, der alles berücksichtigt und ohne chemische Mittel noch im Frühjahr gesunde, genießbare Kartoffeln gatantiert?

 

Redaktion:
Wenn Sie Ihre Kartoffeln noch im Frühjahr verwenden möchten, ohne dass sie stark ausgekeimt sind, kommen Sie um einen dunklen und kühlen Ort nicht herum. Auch Kartoffeln, die nach der Ernte mit Keimhemmern behandelt wurden, werden bis zum Abverkauf kühl gelagert.

Eine alte Methode, um Kartoffeln und Wurzelgemüse zu lagern, ist die sogenannte "Erdmiete". Dabei handelt es sich um ein mit Sand und Stroh gefülltes, 60-80 cm tiefes Erdloch im Garten, das wie ein Naturkühlschrank funktioniert. Einfach mal googeln. Es gibt viele Beschreibungen für den Bau einer Erdmiete.

Unter diesem Link wird auch ein Sandkasten dafür "zweckentfremdet": Sandkasten als Gemüselager


Peter Haber, am 02.07.2020, 20:32
wenn mal ne Knolle seltsam schmeckt kann es entweder daran liegen dass die Knollen im Hellen gelagert wurden und sich beispielsweise Solanin gebildet hat oder die Bauern haben evtl bei der Begasung mit Chlorpropham die Ernte stellenweise nicht vor Tropfkontamination aus Ihrem Vernebler geschützt (mein Gedanke). Eine Frage an die VZ von mir wäre aber zusätzlich: meine Frau hat heute Knollen gekauft, es steht "nach Ernte behandelt", Ursprungsland Spanien, ist Chlorpropham auch in Spanien mittlerweile "verboten"? (bis zum gewissen Datum sollen ja noch Bestände davon verbraucht werden, danach sei es hierzulande nicht mehr zulässig und die Lagerstätten müssen gereinigt werden. bitte um Beantwortung ob in Spanien Chlorpropham noch weiter zulässig ist oder ob alle in Deutschland erhältlichen Knollen nicht mehr hiermit künftig behandelt sein dürfen (?), (übrigens, meines Erachtens: das Schälen hilft nicht viel mehr als Waschen oder Bürsten da das Mittel immer die Knollen durchdringt und sich auch in tief in der Knolle selbst einlagert - hab ich erfahren)


darüberhinaus hab ich mich bereits kundig gemacht welche Ersatzmittel demnächst kommen, u.a. ist ein eigenes Hormon (welches in hohen Mengen sicherlich auch nicht unbedingt unbedenklich ist das als Ersatz in Frage kommt. Es handelt sich um 1,4-Dimethylnaphthalin , (Handelsname zum Beispiel 1,4SIGHT), wenn die Bauern dieses vernebeln müssen sie nicht mehr darauf hinweisen dass die Ernte behnadelt wurde da es ein Hormon ist welches in der Knolle von Natur aus in ganz geringen Mengen enthalten ist - ich finde es müsste trotzdem darauf hingewiesen werden dass synthetisch mit erheblichen Mengen die Kartoffeln alle 28 Tage im Lager "begast" worden sind mit 1,4-Dimethylnaphthalin.


grüsst euch


P. H. aus Aachen

 

Redaktion:
Tatsächlich dürfen Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Chlorpropham bei Kartoffeln nicht mehr eingesetzt werden. Dies gilt für die gesamte EU. Es gibt dabei Übergangsfristen, so dass die Mittel nur noch bis 31.01.2020 verkauft werden durften und bis 08.10.2020 aufgebraucht sein müssen. Danach dürfen sie nicht mehr eingesetzt werden und nach dem letzten Einsatz des Mittels müssen die Kartoffellager gereinigt werden. Alle diese Vorgaben gelten auch für Spanien.


Stephan, am 26.06.2020, 13:30
Hallo

Ich habe Bio Kartoffeln,aus ökologischem Anbau gekauft.....

Als ich dann zu Hause den Aufdruck “gemäß Berliner Vereinbarungen“ gelesen hab ,dachte ich ,ich seh nicht richtig......

Dann braucht man ja auch keine teueren Bio Kartoffeln zu kaufen.

Weiss einer ob das bei Bio erlaubt ist?

 

Redaktion:
Die „Berliner Vereinbarungen“ sind branchenübliche Regelungen zum Handel mit Kartoffeln in Deutschland.

Sie enthalten Qualitätsbestimmungen für Speisekartoffeln und Speisefrühkartoffeln der Qualitäten I und Extra. Kartoffeln dieser Qualitätsnormen dürfen bestimmte Mängel nur in begrenztem Umfang aufweisen, beispielsweise größere Beschädigungen, missgestaltete Kartoffeln, Grünstellen und Schorfbefall.

Kartoffeln, die diese Anforderungen erfüllen, dürfen den Hinweis „Qualität I, gemäß Berliner Vereinbarungen“ bzw. „Qualität Extra, gemäß Berliner Vereinbarungen“ tragen.

Es handelt sich dabei um eine freiwillige Angabe, die eine Unterscheidung der Kartoffelqualität ermöglichen soll.

Sie sagt über eine Behandlung mit Keim- oder Schimmelhemmungsmitteln nichts aus.

Kartoffeln, die mit Keim- oder Schimmelhemmungsmittel (Chlorpropham, Imazalil, Thiabendazol) behandelt wurden, erkennen Sie ausschließlich an dem Hinweis "nach der Ernte behandelt".

Für Kartoffeln aus kontrolliert biologischem Anbau ist die Nacherntebehandlung nicht erlaubt.


Manfred Stöckle, am 25.04.2020, 12:43
Ich habe solche Kartoffeln gekauft und diese schmecken nach allem andere als nach Kartoffeln. Es waren französische festkochende Kartoffeln.


Renate, am 15.04.2019, 02:38
Das bedeutet also, dass selbst nach dem Kochen die Rückstande noch auf/in der Kartoffel sind.

Geringe Mengen sind unbedenklich?

Mag sein, für mich vielleicht schon. Vertrauenswürdiger wird die Lebensmittelindustrie dadurch jedenfalls nicht.

Ich möchte nicht pingelig sein, aber chemische Rückstande sind mehr als ärgerlich, unabhängig davon, wie hoch die Konzentration ist. Der Verweis auf Bioprodukte ist da eher zynisch.

Wenn Biokartoffeln unbehandelt sind, warum sind es normale nicht auch?

Lasst sie keimen! Macht die Keime beim Schälen weg, wo ist das Problem, beim Erzeuger?

Man weiß doch inzwischen auch aus anderen Bereichen wie Allergien, Impfstoffen, Elektrosmog etc dass jeder unterschiedliche Reaktionen zeigt. Die einen gar keine, andere eben doch.

Wer weiß schon, woher Allergien, Darmbeschwerden, Geschwüre, Hautkranleiten kommen? Ärzte schon mal gar nicht. Die schicken sich freundlich an, die Symptome zu behandeln.

 

Redaktion:
Die Aufgabe der Verbraucherzentrale besteht unter anderem darin Verbraucher aufzuklären. Wir machen keine Gesetze. Wir erklären an dieser Stelle den Hintergrund zum Thema Keimhemmer und wie man diese vermeiden kann.

Bio-Landwirte müssen, wenn sie auf Keimhemmer verzichten, die Kartoffeln besonders sorgfältig lagern und abpacken, damit die Kartoffeln in ihrer Qualität erhalten bleiben. Diese Faktoren führen neben geringeren Ernten und höheren Verlusten auch zu höheren Preisen. Wir als Verbraucher haben mit unserem Einkaufsverhalten eine große Macht. Würden Kartoffeln, die nach der Ernte behandelt wurden nicht nachgefragt, so würde es sie auch bald nicht mehr geben. Viele Verbraucher bevorzugen Kartoffeln, die sie länger lagern können, ohne dass sie schnell keimen.

Gekeimte Kartoffeln verlieren übrigens stark in ihren wertgebenden Inhaltsstoffen und reichern zudem vermehrt Solanin an. Bis zu einer Länge der Keime von etwa 1-2 cm sind Kartoffeln problemlos verzehrbar.


wg, am 31.03.2019, 22:42
schneckt man dieses chlor...? und wie schmeckt es? hatte gerade ftühkartoffeln aus ägypten, von denen eine „srltsam“ unsngenehm geschmeckt hat. dann den aufdruck „behandelt“ gesehen. ...

 

Redaktion:
Nein, geschmacklich kann man behandelte nicht von unbehandelten Kartoffeln unterscheiden. Dafür sind die Mengen viel zu gering.


Lugulbanda, am 11.10.2019, 00:53
Kartoffeln lagert man am besten in Sandiger Erde... im kühlen aber nicht kalten sollte doch mal eine faul werden, nimmt der Sand die flüssigkeit auf...


Heide Geiser, am 20.01.2019, 11:13
Wenn ich nicht zufällig die Zeit dazu gehabt und eine neue Kartoffelsorte genauer angeschaut hätte, wüßte ich nichts davon, daß zur Verhinderung von Auskeimung behandelt wird. Ich war zunächst der Meinung, dass es eine Waschung bedeute. Warum läßt der Gesetzgeber eine solch verharmlosende und in winzigen Lettern geschriebene Verbraucherinformation zu?

Warum nicht....NAch der Ernte vor Auskeimung durch ..... behandelt, daher nur geschält verwenden ....??

Der Normalverbraucher wird eingelullt in harmlose Statements. Die genauere Information wurde wohl von der Lobby verhindert, aber es wäre auch die Aufgabe der Verbraucherverbände sich dafür einzusetzen oder zumindest Informationsschriften zu verbreiten, mit der ÜBERSETZUNG solcher genormten Phrasen.

 

Redaktion:
Die Verbesserung der Kennzeichnung im Lebensmittelbereich ist ein Hauptanliegen der Verbraucherzentralen. Auf jeder möglichen politischen Ebene und in Kommunikation mit der Lebensmittelindustrie setzen wir uns dafür ein. Das Ergebnis ist nicht immer zufriedenstellend. Die vorgeschriebene Textgröße und – platzierung für Pflichtangaben empfinden auch wir meist als unzureichend. Immerhin ist an den Kartoffeln ein Hinweis angebracht. Der Begriff „behandelt“ kann unserer Ansicht nach auch „mit Mitteln behandelt“ heißen, nicht nur „gewaschen“. Wie hier schon öfter besprochen, haben Sie die Wahl auf ökologisch erzeugte Kartoffeln auszuweichen. Diese keimen schnell aus, was wiederum viele Verbraucher nicht wünschen. Daher werden die Keimhemmungsmittel (unter Beachtung von Wartezeiten) im konventionellen Bereich eingesetzt.


Jörg, am 10.03.2020, 23:22
Das sehe ich GENAUSO wie Sie(Heide Geiser, am 20.01.2019, 11:13)

Ich habe gerade auf meinen frisch gekauften, 2,5 kg Kartoffeln, nachgesehen. Es steht N U R da „Nach der Ernte behandelt“ ..und das ZIEMLICH KLEIN !!! NICHT mit „Was“ und „Warum“!

Deswegen kann ich der REDAKTION NICHT ZUSTIMMEN! Zitat:„Wir als Verbraucher haben mit unserem Einkaufsverhalten eine große Macht. Würden Kartoffeln, die nach der Ernte behandelt wurden nicht nachgefragt, so würde es sie auch bald nicht mehr geben.“

Ich gehöre zu den Leuten, die gewißlich schon viel achtsamer einkaufen, viel mehr auf Verpackungen lesen, eher einen Einkauf VERWERFEN, wenn mir etwas (noch) nicht klar und nicht geheuer ist.

Zurück zu den Kartoffeln: Um einen Kauf „behandelter“ Ware abzulehnen, muß ich erst einmal wissen, wie schon oben zitierte Frau Geiser schrieb, was behandelt jeweils bedeutet: Mit Wasser gereinigt? Mit fragwürdigen Stoffen, Giften behandelt?.

Wir sollten gemeinsam darauf hinarbeiten, das es genauer auf der Verpackung stehen MUSS (Gesetzgeber)!

Es ist sehr zeitaufwändig und außerdem im normalen Alltag schwer machbar, das ich zu jedem Produkt/Lebensmittel erst einmal eine halbe Stunde Internet-Recherchen betreibe!


Sonja, am 31.03.2019, 14:18
Wann wird endlich damit angefangen Verbraucher vernünfig aufzuklären wo es wichtig und von Nöten ist? In unsrem Land steht Lobbyismus und "abkassieren" vor dem Wohl der Allgemeinheit!


Simone, am 24.10.2018, 06:57
Ich hatte gerade erst einen Bericht über die Behandlung der Kartoffeln nach der Ernte gesehen. Hier wurde auch geraten diese Kartoffeln auf jeden Fall zu schälen. Da wir gerne Drillinge mit Schale im Backofen zubereiten habe ich heute einmal auf der Verpackung der Kartoffeln nachgeschaut. Auch diese wurden nach der Ernte behandelt. Für die Zubereitung wurde aber auf der Vorderseite empfohlen die kleinen Kartoffeln lediglich „zu säubern“! Diese Info finde ich für den Verbraucher mehr als fragwürdig.

 

Redaktion:
Das ist in der Tat fragwürdig. Auch wenn das Keimhemmungsmittel nach jetzigem wissenschaftlichen Stand bei Einhaltung der Grenzwerte als nicht gesundheitsschädlich gilt, empfehlen wir Ihnen beim Hersteller nachzufragen, wie er die Aussage begründet.


Marcel, am 04.04.2018, 17:38
Solche Mittel bspw. könnten leicht umgangen werden, wenn die Gentechnik in der Gesellschaft nicht solch einen unglaublich schlechten Ruf hätte. Dabei weiß ein Großteil der Bevölkerung nicht einmal, was sie sich unter Gentechnik oder "genetisch verändert" vorstellen sollen, aber allein der Begriff wird schon mit gefährlich, ungesund und generell schlecht in Verbindung gebracht. Wenn es jedoch um Arznei geht, dann nimmt die Zahl der Aufschreie gegen Gentechnik plötzlich rapide ab. Was ebenfalls fast niemand weiß, jedes Kleidungsstück, wenn es aus Baumwolle besteht, kommt heutzutage zu nahezu 100% aus gentechnisch veränderten Pflanzen.

Leider hat die Politik es verpasst, die Menschen vernünftig aufzuklären und aufzuzeigen, worum es sich eigentlich bei Gentechnik handelt und welche Prüfungen und Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt werden, um Schäden am Menschen und der Umwelt zu umgehen. Ganz zu schweigen von den unzähligen Vorteilen, die diese Technik mit sich bringen kann.

Ich selbst bin Biotechnologe und möchte keineswegs sagen, dass Gentechnik eine Antwort auf alles ist und man das ganze immer mit einem gesundem Menschenverstand betrachten sollte, also mögliche Risiken abwägen und falls vorhanden eliminieren sollte, dennoch ist es äußerst bedauerlich, was für Chancen durch diese Angst verpasst werden. Es wird leider seine Zeit brauchen, aber hoffentlich wird sich das über die kommenden Jahre oder eher Jahrzehnte ändern. Momentan wird dies jedoch leider von niemandem aufgefasst, da es nicht dem Konsens innerhalb der Bevölkerung entspricht.

 

Redaktion:
Bedenken gegen den Einsatz von Gentechnik bestehen unter anderem aus folgenden Gründen:

Werden gentechnisch veränderte Pflanzen und Organismen in die Umwelt gebracht, ist dieser Prozess nicht mehr umkehrbar. Genpflanzen sind in der Lage ihre Erbanlagen auf andere Pflanzen zu übertragen - mit unklaren Folgen für das Ökosystem. Es fehlen Langzeituntersuchungen, wie gentechnisch veränderte Pflanzen auf die menschliche Gesundheit wirken.

Mehr zu Gentechnik gibt es auf unserer Homepage zum Beispiel hier:

Pro und contra

Risiken für die Umwelt

Risiken für die Gesundheit


Susanne Walther, am 24.07.2018, 19:17
Die gentechnische Veränderung von Nutzpflanzen, wie insbesondere auch Mais, ist aus DIESEM Grund problematisch: Die gentechnische Veränderung dient dazu dass die Anbauer "unbedenklich" zur Optimierung ihrer Erträge sog. Unkrautvernichtungsmittel einsetzen können - namentlich "Roundup" = Glyphosat. Die gentechnische Veränderung bewirkt, dass alles stirbt - nur die "erwünschte", gentechnisch veränderte Nutzpflanze nicht. Diese ist gentechnisch gegen Glyphosat resistent gemacht worden. Beruhigen kann uns dies gerade nicht - ganz im Gegenteil - denn natürlich essen wir das Glyphosat das an der erwünschten Pflanze - dem Mais, der Kartoffel etc. - anhaftet. mit....


Erwin Schmidtbauer, am 10.04.2018, 16:35
Lobbyismus.....


Alles zu Ändern wie es uns in den Kram passt soll gut sein ?


Saxo, am 24.03.2018, 12:05
Wir haben Keimhemmer schon in den 70er Jahren in der DDR eingesetzt. Damals wurden Kartoffeln noch eingelagert, und man streute das Pulver dazwischen. Ich lebe noch :-)


Sylvia, am 06.03.2018, 00:47
Klar müssen sie auch die Interessen der Industrie waren. Deshalb werden die Einhaltung der grenzwerte ja auch immer von ihnen betont. Die wollen das chlor... ja auch verkaufen. Aber wie Dr. Brucker in seinem Buch " Murks mit der Milch" und "Zucker, Zucker" schon schreibt. => kaufe nicht wofür Werbung gemacht wird was ich auch konsequent einhalte. Aber das es mittlerweile schon an die Grundnahrungsmittel ohne weiterverarbeitun heranreich ist eine Kriminalität höchsten Ausmaßes und gehört beststraft!

Leider stecken Behörden , Lebensmittelindustrie und Pharma und Chemie alle in einem Topf.

Ein Großteil der Leute kann sich seine Lebensmittel nicht selbst anbauen....

Normalerweise müssten die verbraucherzentralen Alarm schlagen. Wenn sie das nicht tun stecken sie mit drin.

Hierzu hätte ich gerne eine ausführliche erklärung.

 

Redaktion:
Wir können Ihre Aufregung nicht ganz nachvollziehen. In Deutschland und der EU werden sehr hochwertige Obst- und Gemüsesorten angebaut. Es finden regelmäßig Kontrolluntersuchen u.a. auf Pestizidrückstände statt. Nachgewiesene Rückstände sind seit Jahren auf dem gleichen niedrigen Niveau. Wer noch sicherer sein möchte kauft Biolebensmittel.

Bei Kartoffeln, egal ob Bio oder konventionell, haben wir als Verbraucher die Wahl, ob wir uns für behandelte oder unbehandelte Kartoffeln entscheiden.


Victoria, am 05.04.2018, 12:03
Wenn ich Ihr Kommentar lese muss ich etwas schmunzeln. Erst neulich war ich in einem Bioladen, in dem sich eine Kundin beschwert, dass die Kartoffeln ja auskeimen und sie die so nicht kaufen wolle. Man muss sich manchmal auch selbst an die Nase fassen. Viele Leute besitzen keinen eigenen Garten und das Wissen, dass Kartoffeln nach einer gewissen Zeit auskeimen (vorallem wenn sie nicht dunkel und kühl gelagert werden) geht einfach verloren. Ich bin mir sicher, dass es viele Verbraucher und Verbraucherinnen gibt, die ähnlich wie die Frau im Bioladen reagieren. Wie kann man da den "schwarzen Peter" nur der "bösen Industrie" zuschieben. Ich denke vieles liegt an einem Kommunikationsproblem. Die Verkäuferin im Biogeschäft hatte nämlich nur zur Antwort "Ja, da muss ich mal mit dem Bauern reden, das geht so nicht." :-( Würden Sie - Sylvia - ausgekeimte Kartoffeln im Geschäft kaufen?


Lieblein, am 08.02.2018, 14:13
Seit wann wird der Keimhemmer eingesetzt?

Es erstaunt doch sehr, dass viele davon gar nichts erfahren haben und weiterhin Kartoffeln mit Schale essen, wie sie es seit jeher gewohnt waren.

 

Redaktion:
Chlorprophamhaltige Keimstopp-Mittel werden bereits seit vielen Jahren verwendet. Seit 2011 ist die Kennzeichnung "nach der Ernte behandelt" auf der Verpackung verpflichtend. Bis Ende 2001 waren diese Mittel nicht nur für den gewerblichen Bereich, sondern auch für private Haus- und Kleingärtner erhältlich, die ihre Kartoffeln den Winter über im Keller eingelagert haben. Nach einer Neubewertung der Keimhemmungsmittel durch das Bundesinstitut für Risikobewertung 2004 ist dies nicht mehr erlaubt, da die Kartoffeln auch bei größter Sorgfalt im privaten Bereich nicht gleichmäßig von Hand eingepudert werden können.


Martin Wägele, am 29.11.2017, 13:14
Ich habe heute gelesen, dass nicht nur Chlorpropham, sondern auch Glyphosat eingesetzt werden darf, um Auskeimen bei Kartffeln zu verzögern. Stimmt dies?

 

Redaktion:
Glyphosat ist ein Unkrautvernichtungsmittel und hat nichts mit der Keimhemmung zu tun. Es ist aber möglich, dass Glyphosat vor der Ernte von Kartoffeln zum Einsatz kommt, um das Kartoffelkraut gleichmäßig absterben zu lassen und die Ernte zu erleichtern. Dieses Vorgehen ist jedoch seit 2014 nur noch für besonders schwierige Erntesituationen erlaubt und nicht mehr zur Festlegung des Erntetermins. Bei Kartoffeln wird dieses Mittel aber so gut wie nicht verwendet. Bei Getreide, Hülsenfrüchten oder Ölsaaten ist ein solches Vorgehen aber möglich. Rückstände, wenn auch meistens unterhalb der zugelassenen Grenzwerte, wurde in Getreide und Getreideprodukten gefunden. Von Glyphosatrückständen in Kartoffeln und Kartoffelprodukten liegen uns keine Kenntnisse vor.


Johann Graf, am 08.01.2018, 11:48
Hallo Herr Wägele, liebe Redaktion,

Glyphosat wird in Kartoffeln nicht eingesetzt. Dies ist auch von der Wirkungsweise her gar nicht möglich. Der Wirkstoff würde in die Knollen verlagert werden und diese zum Faulen bringen. Ein Verkauf wäre somit nicht möglich.

 

Redaktion:
Vielen Dank für Ihren Hinweis.


Jochen(Landschaftsgaertner), am 09.08.2018, 16:13
Antwort auf den Beitrag von Johann Graf 08.01.2018, 11:48
@ Johann Graf: Glyphosat wir beim Kartoffelanbau schon eingesetzt, aber nicht fuer die Nachbehandlung und Erhoehung der Lagerfaehigkeit, sondern vor der Aussaat um das Feld von Vorkulturen und Wiesenkräutern zu befreien. Das lohnt sich, da der Dieselverbrauch des Traktors sinkt beim pfluegen, wenn vorher mit Glyphosat abgespritzt wurde. Das Glyphosat (Hauptwirkstoff) selber hat eine sogenannte Halbwertszeit. Nach der Halbwertszeit (wenn die Hälfte des Wirkstoffes abgebaut wurde (ich meine es waren 14 Tage)), werden sog. Saatkartoffeln gesetzt, die dann Ertragsknollen liefern. Das Problem ist beim Glyphosat die z.B. im Produkt Round Up enthaltenen Tallowamine, Benetzungsmittel ev. auch Abbauprodukte des Glyphosat, genannt AMPA, die ja auch im Boden landen wo dann unsere Nahrung waechst. Dass Glyphosat nur auf EU-Ebene auf einer Einzelstoffpruefung erlaubt wurde betruegt den Buerger massiv. Bin selber vom Fach und hab den Duengemittelschein, Pestizidschein als Gartenbauer. Was hier so abgeht ist kaum zu begreifen, zunehmend wird durch landgrabbing der Anbau in Laender wie Rumaenien verlegt wo keiner schaut was da los ist. WER WEIS WAS?

Wurde die Deklarationspflicht laut den "Berliner Vereinbarungen" abgeschafft? Ich finde seit ca. 3 Monaten auf allen Supermarktkartoffeln keine Nachbehandelt-Aufschriften mehr. Das Ministerium in Berlin (Dr Jantz) konnte mir nichts genaures sagen, ob das geaendert wurde. Ich bleib am Ball und ess solang meine eigenen Anastasia Kartoffeln die mit Geschmack sind, weil Kommerzkartoffeln bei der Zulassung ohne Geschmackskriterium eingestuft werden, da Geschmack nicht objektivierbar waere. Deshalb werden Kartoffeln auf Augen, Anzahl, Form, Gewicht beurteilt bevor eine Sorte ihre Zulassung erhaelt, aber Geschmack ist offenbar irrelevant bei diesem Nahrungsmittel.

Viele liebe gruesse jochen. bleibt gesun und n guten.

 

Redaktion:
Vielen Dank für Ihre Hinweise.

Die Kennzeichnungspflicht von nach der Ernte behandelten Kartoffeln hat sich unseres Wissens nach nicht geändert.


Jürgen, am 16.10.2020, 10:04
Antwort auf den Beitrag von Jochen(Landschaftsgaertner) 09.08.2018, 16:13
Hallo Jochen-Landschaftsgärtner,

bei der Suche nach der "Anastasia" bin ich auf keinem K-Hof fündig geworden. Wo wird die Sorte angebaut?

Danke für eine Antwort

Jürgen


Lukas, am 27.11.2019, 16:06
Antwort auf den Beitrag von Jochen(Landschaftsgaertner) 09.08.2018, 16:13
Hallo Jochen,

ich vermute, dass Sie Speisefrühkartoffeln gekauft haben. Da diese nicht eingelagert werden, erübrigt sich natürlich auch die Anwendung eines Keimhemmungsmittels. Da keine Anwendung stattfindet, muss auch keine Deklaration der Behandlung auf dem Etikett stehen.


LG


Ute Lehmann, am 21.11.2017, 10:27
Bitte helfen Sie dieses Chlorpropham-Gift zu verbieten. Waschen und schälen hilft nur wenig da das Gift wasserlöslich ist und in der Kartoffeln drin ist.Ich jedenfalls achte gar nicht mehr auf Hart und Weichkochend sondern nur noch auf "Nach der Ernte unbehandelt", weil billige unvergiftete Kartoffeln so schwer zu kriegen sind. Ich esse auf gar keinen Fall Chlorpropham, weil es diese Nebenwirkungen hat: Depressionen, Anfälle, Bewegungsstörungen, Nervenschäden, Verdauungsstörungen mit Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Laut wikipedia und dessen Quellen. Danke wenn Sie Verbraucher wirklich schützen würden! https://www.zentrum-der-gesundheit.de/kartoffeln-keimhemmer.html https://de.wikipedia.org/wiki/Chlorpropham

 

Redaktion:
Die Mengen an Chlorpropham, die in den Kartoffeln zu finden sind, gelten nach aktuellem Wissensstand als unbedenklich. Als Verbraucher haben wir aufgrund der Kennzeichnungspflicht die Möglichkeit, Kartoffeln ohne Chlorpropham zu bekommen.


Ralf, am 06.04.2018, 18:30
Die in Deutschland zulässige Höchstmenge für Chlorpropham in Kartoffeln liegt 500mal höher, als bei Getreide. Wenn man bedenkt, dass die verzehrte Masse an Getreide oft wesentlich geringer sein dürfte, als bei Kartoffeln (Getreide enthält 5mal so viel Energie/Masse), könnte es sehr naiv sein, zu glauben, dass der konkurrenzlos drastisch höhere Grenzwert für Kartoffeln auf irgendeiner wissenschaftlichen Erkenntnis beruht und nicht vielmehr auf marktwirtschaftlichen Erwägungen. Und aufgrund der (lobenswerten) Kennzeichnungspflicht haben wir nicht die Möglichkeit, Kartoffeln ohne Chlorpropham zu bekommen. Nur aus einem Angebot ergibt sich die Möglichkeit etwas zu bekommen.

 

Redaktion:
Der Einsatzzweck von Chlorpropham bei Getreide (und auch Tee etc.) ist ein anderer. Es wird als Herbizid auf die Felder aufgebracht. Daher sind die erlaubten Rückstandshöchstmengen niedriger, es wird auch weniger benötigt um eine unkrautvernichtende Wirkung zu erzielen. Kartoffeln dagegen werden nach der Ernte direkt damit behandelt. Die gemessenen Rückstände betragen in den meisten Fällen nur einen Bruchteil des zugelassenen Höchstwertes, wie Untersuchungsergebnisse des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit zeigen.

Im biologischen Anbau ist Chlorpropham verboten. Sie haben also durchaus die Möglichkeit unbehandelte Kartoffeln zu bekommen.


Johann-W. Schmier, am 24.07.2017, 19:25
Ich habe Frühkartoffeln gekauft, die auch den Aufdruck "Nach der Ernte behandelt" haben. Diese Kartoffel sehen ganz sauber aus, wie gewaschen. Könnte in Einzelfällen mit der Bezeichnung auch Waschen evtl. auch mit chemischen Reinigungsmitteln um die Schale dünner zu machen, gemeint sein?

 

Redaktion:
Nein. Wenn Sie den Hinweis "Nach der Ernte behandelt" auf einer Verpackung sehen, dann ist immer die Behandlung mit keimhemmenden Mitteln gemeint.

Das Waschen von Lebensmitteln mit chemischen Reinigungsmitteln ist nicht zugelassen.


Cornelia, am 12.06.2017, 19:12
Das scheint nicht mehr zu stommen mit der Wartezeit. Ich habe heute Deutsche Frühkartoffeln mit diesem Aufdruck gesehen. DIE KOMMEN gerade aus der Erde.

 

Redaktion:
Frühkartoffeln werden nur kaum oder wenig behandelt, da sie zum sofortigen Verkauf bestimmt und zum Lagern nicht so gut geeignet sind. Eine Wartezeit vor Abverkauf ist aufgrund der niedrigen Dosierung des Keimhemmers nicht nötig.


Markus, am 04.10.2019, 11:11
Und das Keimhemmungsmittel verhindert auch noch Lagerschwund. Ohne dieses Mittel würden die Kartoffel schrumpeln. Bis zu 20% Lagerverluste. Wer bezahlt die? Und der Kunde möchte keine schrumpligen Kartoffeln!

Habt ihr schon Mal 10Tonnen gemeinte Kartoffeln gesehen??? Die sind bombenfest. Die kann man dann nur noch mit dem Radlader auseinander reißen!


Markus Friessem, am 04.10.2019, 11:03
Zum Thema Einlagern von Kartoffel:

Wir reden hier von größeren Mengen: 100t und mehr. Wie soll man die bitte alle kühlen, damit Sie nicht keimen? Und wer bezahlt die Mehrkosten? Der Verbraucher?(lach)Die Kartoffeln müssen billig sein und ohne Keime.Das ist die Realität!

Und egal, wie gut gekühlt wird. Die Kartoffel keimt!


Markus, am 04.10.2019, 10:57
Der Handel gibt vor, auf welche Größe, die Kartoffeln sortiert werden. Z.B die kleinste Größe 38mm Durchmesser und die dickste 45mm Durchmesser. Alles andere ist Abfall.

Früher wurde Itcan gespritzt. Dieses Mittel sorgt dafür, dass die Kartoffel, im Feld ab einer bestimmten Größe nicht mehr weiter wächst.Der Landwirt wird quasi gezwungen, solche Mittel einzusetzen, da er sonst nicht mehr, aus den Unkosten heraus kommt. Der Nebeneffekt ist, diese Kartoffel keimen später oder gar nicht. Mittlerweile ist aber, die Zulassung, für dieses Mittel abgelaufen.


Markus Friessem, am 04.10.2019, 10:50
Jede Kartoffelsorte hat andere Lagerungseigenschaften. Die eine keimt früher, die andere später. Gerade Frühkartoffeln treiben sehr früh aus.z. B

Annabelle. Und da der Verbraucher keine gemeinten Kartoffeln möchte, werden diese behandelt. Die Kartoffeln werden eingestäubt oder begast. Begaste Kartoffeln sind sauberer.


Markus Frießem, am 04.10.2019, 10:42
Warum redet ihr nicht mit einem Kartoffelbauer?

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