Chinin in Getränken für manche Personen schädlich

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Was ist Chinin? Kann zu viel davon ungesund sein?

Etikett Chininhaltige Limonade Zutatenliste
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Chinin ist ein Bitterstoff, der Spirituosen und Erfrischungsgetränken zugesetzt werden darf. Manche Personengruppen, beispielsweise Schwangere oder Menschen mit Muskelschwäche, sollten chininhaltige Getränke meiden.

Chinin kommt natürlicherweise in der Rinde des südamerikanischen Chinarindenbaums vor und gehört zur Gruppe der sogenannten "Alkaloide". Isoliert handelt es sich um ein weißes, kristallines Pulver mit sehr bitterem Geschmack.

Als Aromastoff darf es nichtalkoholischen und alkoholischen Getränken bis zu einer Menge von 100 Milligramm pro Liter zugesetzt werden. Für Spirituosen sind Mengen bis zu 250 Milligramm je Liter erlaubt. Üblicherweise werden diese Höchstwerte jedoch nicht ausgeschöpft. So enthält das alkoholfreie Erfrischungsgetränk mit den höchsten Chiningehalten, das "Tonic Water" im Mittel etwa 60 Milligramm Chinin pro Liter. Für "Bitter-Lemon" liegen die Werte im Mittel bei 30 Milligramm Chinin pro Liter.

In höheren Dosen wird Chinin zur Behandlung von Malaria verwendet. Aus dieser Anwendung sind verschiedene Nebenwirkungen bekannt, wie beispielsweise Übelkeit, Kopfschmerzen, Tinnitus, Sehstörungen oder Herzrhythmusstörungen. Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sind solche nachteiligen Effekte bei empfindlichen Personen auch durch den Konsum entsprechender Getränke aufgetreten. Die Behörde kommt daher zu dem Schluss, dass die Aufnahme großer Mengen, beispielsweise mehr als einem Liter, von Erfrischungsgetränken, die die maximal zulässige Chininmenge enthalten, gesundheitliche Auswirkungen haben kann.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) benennt verschiedene Risikogruppen und rät diesen vom Verzehr chininhaltiger Getränke ab. Dazu gehören Schwangere, da Schädigungen des Fötus nicht ausgeschlossen werden können, außerdem Menschen mit Tinnitus, hämolytischer Anämie (Blutarmut) oder Schädigungen des Sehnervs. Bei Herzrhythmusstörungen oder der Einnahme von Medikamenten, wie Blutgerinnungs-Hemmer, sollte der Verzehr von chininhaltigen Getränken mit dem Arzt abgesprochen werden, da Wechselwirkungen mit Chinin auftreten können.

Der Zusatz von Chinin muss im Zutatenverzeichnis mit "Aroma Chinin" gekennzeichnet werden. Wenn keine Zutatenliste notwendig ist, zum Beispiel beim Ausschank in Gaststätten oder bei Getränkestationen zur Selbstbedienung, ist dennoch auf die Chinin-Zugabe hinzuweisen.

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